Familienwochenende(n)

Im Prinzip alles wie immer.

Sie freut sich, denn die Bayern haben verloren und es ist gut, wenn die Bayern verlieren, denn sie kann Manuel Neuer nicht leiden.

Der Zehnjährige freut sich, denn Barca hat verloren und es ist gut, wenn Barca verliert, denn er sieht viel lieber Real Madrid siegen. Und mag Cristiano Ronaldo. Eigentlich hätten wir am liebsten den Zehnjährigen mit seiner Mannschaft siegen sehen, aber leider verweigerten sie die Offensive und leisteten sich zwei, drei Fehler mehr als der unterdurchschnittlich begabte Schiedsrichter, dem man das nachsehen muss, denn er ist, wie viele andere, Amateur.

Ich freue mich, denn Werder Bremen hat gewonnen und ganz besonders freue ich mich für Naldo, den schon einige im Fußballeraltenheim gesehen hatten und es ist gut, wenn Bremen gewinnt, denn. Keine Ahnung. Bin ja grundsätzlich kein Fan, von niemand. Obwohl. Das muss noch einmal überdacht werden.

Nur der Siebenjährige ist traurig: Die Bayern haben verloren, Barca hat verloren und er, er hatte spielfrei und es ist schlecht, wenn der Siebenjährige spielfrei hat, denn wenn er könnte, würde er den ganzen Tag über den Platz hetzen und rennen und spielen und spielen und spielen, bis er abends ins Bett fallen und weiter seine Träume von großen Stadien träumen darf. Vor Wut zog er sich zwei Zähne.

Und doch war da noch etwas anderes, ein Etwas, das mit Kerzen und Keksen zu tun hatte und Adventsstimmung und ein Babylachen und Tannen, die wir nicht wollten, weil sie höchstens einen wackeligen Torpfosten hätten abgeben können, aber keinen vernünftigen Weihnachtsbaum.