Klima, Wandel

Samstags aufstehen, wenn es noch dunkel ist. Kaffee kochen, Brötchen holen, Tasche packen, ein eingespieltes Ritual. Sommer- und Winterpausen natürlich ausgenommen, dann schläft man aus. In diesem Jahr freut man sich über die scheinbar nimmer müde Morgensonne, seit ein paar Tagen leicht von dem über der schläfrigen Stadt liegenden Nebel verhüllt, schläfrig und kalt. Dann strahlt auch so ein Kunstrasenplatz mitten in der Großstadt eine gewisse Romantik aus.

Frühe Vögel, frühe Würmer, man mag diese Sprüche am Ende nicht mehr hören, seit Jahren mault man auch nicht mehr, über frühe Stunden und verschenkte Zeit, selbst gewähltes Elend. Es macht sogar Spaß. Am Ende des Tages wird jeweils ein verlorenes und ein gewonnenes Spiel auf dem persönlichen Erfolgskonto verbucht, ein geschossenes Tor (haha, was für ein Tor) und man hat auch wieder eine Ecke der Stadt gesehen, die man bisher nicht kannte, dafür ein großes „Hallo.“

Schrebergärten und so weiter

Sonntags ausschlafen, soweit das geht. Nach dem Frühstück eine kleine Wanderung durchs Industriegebiet, Schrebergärten, über das alte Gleis, ein bisschen gedankenverloren dem Hund hinterher trotten, ein paar Fotos machen, wer weiß, wie lange die Luft noch so schön seicht und golden ist, wer weiß, wann einem der Schnee um die Ohren fliegen und die Nase einfrieren wird, wer weiß, wer weiß. Du musst das Tor noch abbauen, sagt sie dann, sonst steht es irgendwann im Schnee herum, wir fegen Laub, die Jungs kicken noch ein bisschen, es sind knappe fünfzehn Grad, immer noch wärmt die Sonne den Pelz und für kurze Zeit denke ich – oh Frevel – ein Klimawandel, der mir Anfang November die Sonne ins Gesicht scheinen lässt, kann so bösartig gar nicht sein.