Sündenböcke

Von Spielern, Trainern und Fans zu verlangen, solche Fehleinschätzungen im Fußball klaglos hinzunehmen, ist unrealistisch. Dazu sind zu viele Emotionen im Spiel. Aber das Bewusstsein muss geschärft werden, dass es Grenzen, enge Grenzen geben sollte. Schiedsrichter sind Respektspersonen, keine Sündenböcke. Die Wahl des schlechtesten Schiedsrichters der Saison oder Halbserie (Rafati wurde dreimal dazu gewählt) ist demütigend und deshalb überflüssig. Die Schiedsrichter machen sich schon Selbstvorwürfe genug, und die Kommission degradiert die Schwächsten ohnehin.

Das Plädoyer für die Schiedsrichter der FAZ und eine treffende Ergänzung zum Beitrag, leider aus traurigem Anlass, auch wenn der Suizidversuch von Babak Rafati vielleicht nichts mit seinem Dasein als Schiedsrichter zu tun haben mag.

(Es geht auch gar nicht um Betroffenheit, es geht um Respekt, den auch ein DFB-Präsident haben und sich Bemerkungen über „viel Blut“ in Zusammenhang mit einem Selbstmordversuch in einer Pressekonferenz verkneifen darf.)