Aggregatzustände

Aggregatzustände sind für Erwachsene unzweifelhaft. Festes ist fest, Flüssiges ist flüssig und Gasförmiges wabert unfassbar durch Raum und Zeit. Dass der Zehnjährige sich nicht fragt, warum das so ist, enttäuscht. Was fragst du dich denn, frage ich ihn, und bekomme einen gut ausgearbeiteten Vortrag über das Star-Wars-Universum zu hören und hätte er sich besser auf meine Frage vorbereiten können, wären wohl noch ein paar detaillierte Abbildungen zum Thema an die Wand gebeamt worden.

Aggregatzustände interessieren ihn aber nicht.

Wer, wie, was? Vielleicht hat das Kind zu wenig Sesamstraße geschaut oder zu oft “Die Sendung mit der Maus” verpasst? Waren “Wissen macht Ah” und “Willi wills wissen” zu wenig Input für das Kind, das nun scheinbar das Nachdenken über Zusammenhänge und unsere Welt verweigert? Verschwendeten wir zu viel wertvolle Zeit auf dem Fußballplatz, statt frühzeitig eine zweite, dritte, vierte Fremdsprache zu lernen? Kann man das mit youtube nachholen?

Dass sich die Unterschiede der Aggregatzustände anhand des Teilchenmodells beschreiben lassen, ist für Erwachsene unzweifelhaft. Dass die Teilchen in einem Stein nicht so wild durch die Gegend schwingen, wie in Wasserdampf, stellen wir nicht mehr in Frage. Es sit offensichtlich. Warum der Zehnjährige allerdings so tut, als wäre er ein Erwachsener, der keine Fragen mehr stellt und einfach nur noch in den Tag hinein lebt, lässt uns rätselnd zurück.

Vielleicht sollten wir Christoph Daum als Motivationstrainer engagieren? Oder mal nach den Aggregatzuständen auf Tatooine fragen? Wie würde Yoda das Teilchenmodell beschreiben?