Unterwegs

Wenn man am Morgen eines Adventssonntages, grau verhangener Himmel und graupeliger Nieselregen, durchs Brandenburger Land fährt und dabei melancholische Beats aus der Beschallungsanlage schallen (also nicht Wham oder so), denkt man sich kilometerlange Blogeinträge aus, die man später vergisst und nicht mehr aufschreibt. Ja, philosophiert man vor sich her, so ist das und das, so und nicht anders.

Zum Beispiel: Wenn ich einmal Trainer wär.

Und dann verdaut man die neun oder zehn Stunden, die man am vergangenen Tag in einer unangenehm lauten Sporthalle (beinahe sagte ich Turnhalle, was aber wie Turnbeutel klingt, ein Wort, das wunderbar ein Zweitblog überschreiben könnte) verbrachte, um junge Nachwuchskicker unsachgemäß anzufeuern (denn anfeuern von Nachwuchskickern durch Eltern ist oft subjektiv und unsachgemäß, soweit man nicht in einer Fair-Play-Liga spielt – gute Idee, übrigens), man denkt an die Tage, Wochen, Monate, die vergingen und auch mal genau so waren, wie diese graue Suppe an diesem Adventssonntagsmorgen, man denkt an die viel zu oft vergeblich verschwendeten Gedanken, die man irgendeinem herbei phantasierten Problem widmete, statt in der Hollywoodschaukel zu liegen und das Buch, das man schon immer lesen wollte, zu lesen. Und so weiter.

Die Gedanken schweifen und schwoofen.

Und weiter fährt man dann durchs Brandenburgische, es könnte auch Schnee liegen, aber nicht die Sonne scheinen, vorbei an Einöden und Neubauten und obwohl es hier eigentlich kaum etwas gibt, das man großartig Bejubeln oder laut Beschreien und supidupitoll finden könnte (außer den herrlichen Ansammlungen eigentlich recht öder Kiefernwälder und Felder und märkischen Sand und Heide), fühlt man sich auf der Fahrt, begleitet von melancholischen Beats aus der Beschallungsanlage (also bloß nicht Wham oder so) wunderbar zuhause.

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