Gesammelter Scheiß, Folge 8

Borussia Dortmund, Deutscher Meister 2012. #Chronistenpflicht

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Diminutiv, ein komisches Wort. Kein Wörtchen, kein Wörtlein, nein, ein richtiges Wort, ausgewachsen und gereift, wer spricht schon gern in Diminutivchen? Und jeden Tag verwendet man ihn, macht Kinder, Hunde, Freunde klein, wenn man so will. Komisches Wort, Diminutiv. Und morgen schreibe ich vielleicht etwas über den Genitiv. Oder ist dem schon tot?

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Doch ausgerechnet jetzt leidet Weltfußballer Lionel Messi unter Ladehemmungen, die ihn äußerst selten befallen. In den beiden vergangenen Spielen konnte der Argentinier nicht treffen […]

Spox meint, Lionel Messi habe Ladehemmungen, immerhin hat er seit zwei Spielen kein Tor mehr geschossen. Ich meine, nur FIFA XX gestählte Daddelstürmer sehen das genauso. Auch so ein Klischee.

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Die Piratenfrage im Sinne einer, wenn nicht sogar DER Gretchenfrage ist doch, ob die auffälligen Piratenmenschen das, was sie da sagen, auch tatsächlich denken. Oder denken sie nicht bzw. denken sie gar nicht erst nach, bevor sie den Mund aufmachen und zwar nicht im Sinne „Darf ich das jetzt so sagen?“ sondern vielmehr im Sinne von „Ist das, was ich jetzt sage, womöglich auch etwas, das ich nicht einfach so daher sage, sondern auch denke?“ Letzteres wäre natürlich ein Problem und man wird gespannt auf Selbstreinigungsmechanismen achten, die verspielte Sympathien schnell auch wieder reinholen können. „Klar zum Entern“ oder „Klar zum Kentern“, wenn das mal nicht etwas für das Phrasenschwein ist.

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Ich lese zu wenig Bücher. Ich lese zu wenig Bücher. Ich lese zu wenig Bücher. Ich lese zu wenig Bücher. Ich lese zu wenig Bücher. Ich lese zu wenig Bücher. Ich lese zu wenig Bücher. Ich lese zu wenig Bücher. Ich lese zu wenig Bücher. Ich lese zu wenig Bücher. Und fange dann auch noch in der spärlichen Freizeit mal wieder mit dem besten besten besten allerbesten Lieblingsspiel an. Selbst verschuldetes Elend.

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Eine grüne Wiese für Hoffenheim. Mit Solarium. Und in Bremen scheint wieder die Sonne.

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Anders dagegen in Berlin, hier gibt es nur Reh-Hagel und schlechte Laune. Am Samstag lief der Vater eines sehr, sehr jungen Hertha-Nachwuchsspielers an mir vorbei und sprach laut in sein Telefon: „Eigentlich hätten wir 20:0 gewinnen müssen, aber am Ende stand es 2:2“. Eigentlich ist ein gutes Wort, wenn man an Hertha denkt. Eigentlich hätte man weniger über Abstieg reden müssen, wenn. Zu viel „wenn“, zu viel „aber“ und wenn man in Gelsenkirchen verliert oder besser: nicht gewinnt und Köln gleichzeitig in Freiburg nicht verliert oder besser: gewinnt, dann wird dieses „wenn“ Gewissheit, der zweite Abstieg innerhalb von drei Jahren perfekt und nichts ist mehr übrig von diesem „Eigentlich“.

(Wobei die Frage, ob von Dortmund lernen, wirklich siegen lernen heißt, tatsächlich einmal in den Raum zu stellen ist. Man müsste sich nur mal trauen?)

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Grundsätzlich wollte ich etwas über das Urheberrecht schreiben. Grundsätzlich geht mir die Debatte auf den Sack. Grundsätzlich bezahle ich gern für Inhalte. Grundsätzlich werde ich dafür bestraft, beschimpft, wird mir mein Leben als ehrlicher Urheberrechtsinhaltekonsument mies gemacht. Ich will das Urheberrecht nicht abschaffen, ich will, dass Inhalt, Kunst, Kultur entsteht, ich will aber trotzdem nicht das Gefühl haben, für die Unfähigkeit, funktionierende Geschäftsmodelle zu entwickeln, bestraft zu werden. So weit, so kurz.