„Geistiges Eigentum ist wie ein Fahrrad“

Wird mein Fahrrad geklaut, kann es teuer werden. Dann hab ich es nämlich verbreitet. Der Hersteller kann dann ja keines mehr direkt an den Dieb verkaufen. Und ich stehe dafür gerade.

Mein Rad – 137b zeitweise

Geistiges Eigentum ist geistiges Eigentum, wahrscheinlich eine magische Essenz aus der World of Warcraft. Wer viel Mana hat, hat auch viel geistiges Eigentum. Zum Beispiel.

Wobei natürlich zu fragen ist: Wem gehört denn hier was? Wieviel Eigentum kann ich beispielsweise an einem Musikstück haben, dass ich in einem dafür vorgesehenen Programm am Schreibtisch aus zuvor von anderen aufgenommenen Samples, die mir zur Nutzung überlassen wurden (schließlich habe ich für das Musikerstellungsprogramm ordnungsgemäß bezahlt bzw. eine Lizenz erworben, zur Nutzung, was wiederum neue, unglaublich komplizierte Fragen aufwirft etc. pp.), zusammenklöpple und abspeichere? (Ist durchaus schon einmal vorgekommen.) Gehört das dann mir allein oder mir gemeinsam mit den Menschen, die in mühsamer Heimarbeit kleine Soundschnipsel digitalisierten und abspeichert, damit ich daraus Neues bastle? Gehört dieser kleine, aber frisch geschöpfte Text hier mir und das Zitat dem Autor des verlinkten Blogs und nehme ich ihm mit dem Zitat etwas weg und würde mir jemand, der mich zitierte, ebenfalls etwas wegnehmen? Würde ich daran zugrunde gehen? Geistig? Materiell? Was würden Sie mir zahlen, wenn Sie es gut mit mir meinten? Für die paar Gedanken, aninspiriert von anderen?

(Und natürlich bin ich absoluter Anhänger der überall im Internet verbreiteten Kostenloskultur, ich nehme mir, was ich bekommen kann und zahle möglichst wenig. Oder gar nicht. Zum Beispiel für das vermeintlich geistige Eigentum einer von mir durchaus geschätzten Spieleschmiede, die mir für mein sauer verdientes Geld, dass ich ihr in den Rachen schmeißen soll, auch noch vorschreiben will, wie, wann, wo und warum ich einen von mir heiß begehrten Titel nutzen kann, darf, soll. Nö, soweit geht die Liebe dann doch nicht.)