Gesammelter Scheiß, Folge 9

Finale dahoam. Das gesamte Internet ist zugesenft mit Meinungen dazu, das ist ganz gut so, hier kommt meine: Mäh. Letztlich kann man den Bayern vielleicht ihre mangelnde Effektivität, ihre schlechte Chancenverwertung vorwerfen, das Spiel hat aber das Glück entschieden. Aus Bayern-Sicht: Der Mangel daran. Ein Finale der Psychologie und des Zufalls. So ist Fußball, so ist das Leben. Chelsea FC ist nicht der BVB. Zehn Mann rennen gegen eine Mauer, die solide genug ist, auch nach hundertzwanzig Minuten nicht zu wackeln, das verunsichert natürlich. Wenn man genügend Beine im Strafraum parkt, wird der Gegner nie das Tor treffen (siehe auch im Camp Nou, 24.04.2012, 82% Ballbesitz und trotzdem nichts gewonnen). Dass Manuel Neuer als dritter Schütze einen ordentlichen Elfmeter einschenken darf, spricht für sich allein. Dass so wenige Spieler wirklich Verantwortung übernehmen wollten, kann man problematisieren, man kann es dem Menschen im Spieler aber nicht vorwerfen. Während des Spiels hing gefühlt ein riesiger Monolith aus Granit, prall gefüllt mit Erwartungen, über der Allianz-Arena, DAS Finale, im eigenen Stadion, eine Konstellation, die alle Zillionen Jahre im Laufe der Champions League mal vorkommt, der Präsident hatte sich das doch so gewünscht, alle hatten sich das gewünscht und jetzt musste man gewinnen, wer soll das aushalten? In der Nacht eine ordentliche Portion Bayern-Fan in mir entdeckt, na und? Klasse Choreo.

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Gesammelter Scheiß ist ja letztendlich auch die Fortführung von Senf mit anderen Mitteln.

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Hertha? Einspruch! Wirtschaftlich nachvollziehbar, sportlich eine Frechheit. Überaus schlechte Rückrunde, kein Relegationsspiel überzeugend für sich entscheiden können, sportlich spricht alles für einen Abstieg, Pech für Düsseldorf, dass sich ihre engagierten und übermotivierten Fans zu früh freuten. Hertha, meine Sympathie sichert ihr euch mit diesem gesammelten Scheiß nicht. Ist euch aber vielleicht auch Wurst.

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Verheiratet mit Jogis 12. Frau.

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Diablo 3, auch etwas, das ein bisschen scheiterte. An seiner eigenen Popularität und auch an der allgemein in der sogenannten Urheberszene anerkannten Idee, dem gemeinen Benutzer zu misstrauen, ihn grundsätzlich immer für einen Raubkopierer zu halten und ihm so wenig Bequemlichkeit wie nur möglich zu bieten. Man kann Diablo 3 nicht einfach so spielen, vor allem nicht in der Sahara oder der Arktis oder auf dem Mount Everest, zumindest wenn man dort kein Internet hat. Nicht einmal eine schnöde, einsame Landpartie als Einzelkämpfer (über Jahre in Diablo und Diablo II so praktiziert) ist ohne Netz möglich: Unnötig. Und dabei weiß doch jeder, dass DRM gar nicht funktioniert. Seis drum, nun freue mich auf Torchlight 2.

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Ach ja: Bengalo-Werfer haben ganz kleine Schwänze.

(scnr)