EM-Splitter (ff.)

Gezittert, beim Spiel gegen Dänemark, es war ja alles möglich. Sogar Holland hätte noch Europameister werden können, aber nur, wenn. UEFA-Koeffizient und so. Vergessen wir das. Zittern wäre auch gar nicht nötig gewesen: Man war hier insgesamt souverän, mit Luft nach oben. Mit den Pessimisten, die vor der EM 2012 von einem sicheren Vorrundenaus der deutschen Mannschaft sprachen, an einem Tisch gesessen. Woher sie ihr Wissen nahmen, weiß ich nicht, vielleicht Zweckpessimismus oder gar Abneigung gegen jede deutsche Mannschaft seit immer, für immer? Wurst. Wichtig ist am Ende nur: Högschde Konzentration.

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Immer wenn ich Schweinsteiger sehe, wird mir mulmig. Wie müde er in dem Interview nach dem Spiel gegen Dänemark war, als klebte ihm immer noch der Dreck des bitteren Champions-League-Finales am Schuh. Immer wenn ich Schweinsteiger in diesen Tagen sehe, denke ich: Bitte, holt diesen verdammten Cup und macht Urlaub. Von allem.

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Mesut Özil wirkt auf dem Feld zuweilen wie ein Schriftsteller (short list zum Literaturnobelpreis, aber nicht Günter Grass) mit Schreibblockade. Ab und zu haut er ein paar sehr lesenswerte Zeilen raus, manchmal sind es nur Teile von Versen oder Überschriften für einzelne Kapitel, aber der große, allumfassende Wurf scheint ihm nicht zu gelingen. Und das frustriert.

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Sami Khedira!

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Mario Götze, Marco Reus, Toni Kroos, Ilkay Gündogan und und und, zumindest um die langfristige Zukunft „unseres“ Mittelfeldes muss man sich keine Sorgen machen. Und ein Turnier haben sie sich auch schon mal angeschaut.

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Hätte ich einen Bart, sähe der aus, wie der Bart von Xabi Alonso.

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Deutschland ist verdient weiter gekommen. Griechenland auch. So auch Italien, Spanien, Tschechien, Portugal und die beiden ersten der Schlusstabelle der Gruppe D werden natürlich auch verdient weiterkommen. Unverdiente Weitergekommene gibt es nicht, die Verdienstfloskel, die so mancher Tropf in hingehaltene Mikrofone haucht, ist irrelevant.

Siehe Chelsea FC oder auch Heinz Kamke: Das ham wir uns verdient.

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Das Schönste in EM/WM-Zeiten: Egal wo man ist, es läuft ein Fernseher und ein Fußballspiel. Keine Ahnung, was wir an diesem Mittwoch machen werden. Versauern?

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Was auch gesagt werden muss:

Mag sein, dass ich da ein entscheidendes Detail übersehen habe, aber für mich fühlt sich Deutschland in diesen Tagen an wie eine einzige Richtigmacherdoku: auf der einen Seite die, die einfach alles, was da ist, in die Pfanne schmeißen, mit viel Ketchup druff, jippie – auf der anderen Seite jene, die all den »Ahnungslosen« in bester Fernsehkochmanier mit erhobenem Kochlöffel demonstrieren, wie Bratkartoffeln wirklich gehen. Nee, echt, kein Interesse, ich hab schon gegessen – und jetzt möchte ich gerne Fußball gucken.

Schland unter – unrund.com

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