EM-Splitter (Finale)

Spanien also, wie überraschend.

Die Brüder waren geteilter Meinung, der eine lief im Iniesta-Shirt auf, während der andere es mit Luca Toni versuchte, 2006er Weltmeister-Edition, inklusive der sich hin und her drehenden Hand am Ohr, Gesten die hängen bleiben.

Die Liebste kann dem spanischen Spiel nichts abgewinnen, auch wenn sie zugeben muss, dass hier seit 2008 zum ersten Mal ein Finale mit mehr als einem Tor und noch nicht einmal mit Verlängerung gespielt wurde. Statistiken über Ballbesitz und Passquoten liegen ihr allerdings fern, sie ist mehr für Kampf und Gloria, doch wer bietet einem das heute noch?

Natürlich, Spanien.

Pass, Pass, Pass, wir haben das mal ausprobiert, so zwischen Liegestühlen und Wäschespinne, die Jungs und ich und es ist wirklich wahnsinnig schwer sich dabei zu konzentrieren und überhaupt nicht langweilig, tik, tak, tik, tak und zak. Tor. Allerdings sind wir nur Amateure.

Die Italiener sahen übrigens schon beim Absingen der Hymne ganz schön mitgenommen aus, Augenringe und so, wahrscheinlich fehlte ihnen der Mumm und die Klasse und überhaupt das Wichtigste: Ein Siegergähn. Hoffentlich hört dieser frisierte Trainer, der Stümper, endlich auf.

(BILD-Style, sollte man niemals nie nicht ernst nehmen. Nicht umsonst landete die Umsonst-Ausgabe dieses Blatts sogleich in der Papiertonne, schade, Wald.)

Es gibt tatsächlich Menschen, die behaupten, jetzt zwei Jahre keinen Fußball sehen zu können. Die Blinden unter den Sehenden. Egal. Sollen sie machen, Fußball als Fasching begreifen, eine Show, die langweilig wird, wenn es mal Verlängerung gibt oder der Gewinner eines Turniers selbiges nur über ein Elfmeterschießen erreichte, was für seine mangelnde Qualität sprechen muss. Unbedingt. Nicht.

Na sicher, Spanien. Und das wird auch 2014 so weiter gehen und auch dann werden wieder 31 Mannschaften mit leeren Händen nach Hause fahren, während nur diese eine, die Können, Glück und Schicksal in Einklang bringen kann, das Ding in die Höhe halten wird.

(Und zwischendurch jedes Jahr Bundesliga, Champions League und F-Jugend/ D-Jugend, Landesklasse. Langweilig gibt es eben nicht.)

2 Gedanken zu „EM-Splitter (Finale)“

  1. Sagen wir es mal so, wenn man sich nicht an dem Spiel der Spanier gestern Abend erfreuen konnte, weiß ich nicht, woran man sich im Sport erfreuen sollte.
    Diese EM war arm an spielerischen Glanzlichtern, an Fußball-Galas. Das gestern Abend aber, das war eine. Eine Demonstration von Überlegenheit, ohne Arroganz, einfach mit der Schönheit, die diesem Spiel innewohnt, wenn es so zelebriert wird wie von Xavi, Iniesta und Xabi Alonso. Dann kann sogar Torres Torschützenkönig werden.

  2. Ich war ja so ein heimlicher Italiener, bis ich beim 1:0 spontan jubelte. Wobei, ich jubelte schon, als Iniesta den Pass spielte, wie ich auch jubelte, als Xavi den Pass auf Alba spielte. Und so weiter. Ich hatte Spaß, gestern abend.

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