Gesammelter Scheiß, Folge 11

Wenn „keine Ahnung haben“ zum Dauerzustand wird. Trotzdem den Mund nicht halten.

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Je älter ich werde, umso unverständlicher werden mir Mitmenschen. Betrachten wir beispielsweise eine Urlaubssituation im fernen Süden: Die Familie sitzt, mangels Freiraum, in Gesellschaft zufällig ausgewählter Menschen, allesamt Europäer, zu Tisch und mümmelt mehr oder weniger leise vor sich hin. Schon bei der reinen Beobachtung der Umwelt fällt auf: Wir sind normal, alle anderen haben ein Rad ab. Am Tisch dort hinten, zum Beispiel, in der Ecke, sitzt ein Dreijähriger und spielt „Fruit Ninja“ auf dem iPad, verschmäht zwischendurch lauthals schreiend und um sich tretend sein Mahl, während seine Mutter gemütlich an einer Zigarette nuckelt und eisgekühlten Frappucino trinkt. Unverständlich. Außerdem: Die äußerst gesprächige Dame aus Polen, die ihr Kind im Kinderwagen so sehr schaukelt, dass ihm schon jegliche Gesichtsfarbe verloren ging und es sich demnächst wohl über alle Tische hinweg erbrechen wird. Unverständlich. Und nicht zuletzt: Der deutschsprachige Tischnachbar, der tatsächlich und sogar lauthals von sich gibt, dass er überhaupt gar nicht wusste, dass es in diesem fernen Süden hier im Sommer so heiß sei und er ja Hitze grundsätzlich verabscheue. Oh mein Gott.

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Vielleicht sind aber auch Menschen wie ich, die so etwas ansprechend finden, unverständlich?

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Auch wenn ich ihn nicht so ablehne, wie ihn 90% mir persönlich bekannter Menschen ablehnen, aus unterschiedlichsten und manchmal auch völlig bekloppten Gründen, ist eines sicher: Aus Joachim „the yogi bear“ Löw wird wohl niemals nie nicht „the only one“ werden. Fragen Sie doch mal die Leser. Wird Ddddeutscheland (gemeint ist ja nur die Nationalmannschaft, aber man neigt doch dazu, diese als Allgemeingut zu inventarisieren, wie auch zum Beispiel unsere Sportler, die in London antreten durften – aufgrund eigener Leistung) nicht mindestens erster europäischer Weltmeister auf dem amerikanischen Kontinent, dürfte nicht einmal högschde Konzentration vor Meinungen schützen. Aber: 2014 dürfte sowieso Schluss mit Jogi sein.

(Eine klitzekleine Frage in diesem Zusammenhang: Von wem genau wurde denn das sogenannte Siegergen, dass angeblich dem einen oder anderen fehlen soll, einst entdeckt und welche Stelle nimmt es im DNA-Strang ein? Vielleicht verwechselt man an dieser Stelle einfach Genotyp und Phänotyp? Keine Ahnung, siehe oben.)

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In this game, you may take one step each day, and then you must wait for the next day. If you wish to complete the game, you will have to make it a part of your life for at least 100 days. Make a ritual out of it. How will you incorporate it into your daily schedule? Will you tie it to an existing activity? Will you treat it as a ritual or merely a routine? Will you add to the ritual, embellishing it in your own way, making it yours? Meditate, say a prayer, think back over what has happened while you have been playing? Will you approach it alone or share it with another?

Mit VESPER.5 jeden Tag einen einzigen Schritt gehen, 100 Tage lang. Und dabei meditieren. Eine Pilgerreise ohne das Haus verlassen zu müssen.

„Schatz, warte, ich muss noch einmal kurz den Computer hochfahren und einen Schritt gehen, denn das hätte ich heute fast vergessen.“

Vielleicht führt man sogar Tagebuch. Ein Blog. Besinnt sich dabei auf Umstände, Erlebnisse, Wetter. Es gibt keine Langeweile in dieser Welt.

(The Verge)

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Wichtig: Achten Sie heute abend unbedingt darauf, wer überhaupt und wenn ja, wie (Melodie- und Textsicherheit) die Nationalhymne mitsingt. Dieses äußerst wichtige Detail wird den Verlauf dieses wirklich wirklich wichtigen Spiels entscheidend beeinflussen. Glauben Sie mir.