War was? – III

Das Schönste an den samstäglichen Ausflügen zu verschiedensten Fußballplätzen der Stadt ist doch nicht die Tatsache, dass man fast jeden Winkel der Großstadt (immerhin fast 900 km²) zu sehen bekommt, sondern vielmehr der Blick auf die immer noch jugendlich unbekümmerte und ungebrochene Leidenschaft, mit der die Jungs Fußball spielen und der so ein bisschen die Brust schwellen lässt und ansteckt. Erstaunlich dabei ist vor allem, dass sie doch mehr oder weniger die ersten ihrer Art in dieser Familie sind, denn weder Mutter noch Vater konnten ihnen als Vorbild dienen, sie nicht mit Stadionbesuchen im Säuglingsalter oder packenden Nachmittagen am Spielfeldrand prägen, sie haben sich das selbst ausgesucht, ohne geschubst werden zu müssen und haben im Gegenteil dafür gesorgt, dass die Eltern überhaupt angefangen haben, sich intensiv mit der Thematik zu beschäftigen. Wären die Jungs nicht, würden mich Spielverlagerung.de oder Heinz Kamke wohl nicht interessieren. Oder Dembowski. Und nun versuchen sie gar, mir das Jonglieren mit dem Ball beizubringen.  Erstaunlich. Diese Kinder.

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Spielberichte in Aspik.

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„Das Lied von Eis und Feuer“, „Game of Thrones“. Nur die Bücher, die Fernsehserie kenne ich noch gar nicht, die Bücher, sie ziehen, nein, zerren dich hinein in diese Geschichte, die eigentlich ganz einfach und kurz zu erzählen wäre: Verrat. An jeder Ecke wirst du verraten, verkauft, es sei denn, du hast mehr Geld in der Tasche oder einen dickeren Morgenstern oder heißt Lannister oder hängst an einem Gott, den sie R’hllor nennen oder oder oder. Am Ende wird immer irgendjemand verraten und gedemütigt. Und wenn die Begeisterung zwischendurch mal abklingt, weil gerade Kampfpause herrscht oder irgendeine Figur irgendwohin wandert, im Verborgenen und allein, so dass sie nicht verraten werden kann, vorerst, wenn sich mal nicht die Nackenhaare vom Mitgefühl mit Charakteren aufrichten, fragst du dich: Was soll der Scheiß eigentlich? Was ist das für eine blöde Geschichte? Aber das vergisst du natürlich wieder ganz schnell, wirst eingelullt vom Rauschen des Trident oder des Meeres und dann mäanderst du wieder gemeinsam mit den Figuren durch Westeros und hoffst, dass am Ende vielleicht doch alles gut wird.

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Ist es nicht so, dass man am Ende beim Schreiben mehr lernt, als beim Lesen?

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Wir mussten erst zwei Jungen relativ groß ziehen, um festzustellen, wie wunderlich doch ein Kind ist, das – nach einem langen Tag aus dem Kindergarten kommend – krähend zum Tisch rennt und weiterhin krähend nach Stiften und Papier schreit und zu Malen beginnt und das mehr als eine Stunde durchzieht und mit rund anderthalb Jahren den Stift hält, wie man Stifte eben so hält, also zwischen Daumen und und Mittelfinger, den Zeigefinger darauf, während die Jungs noch zu Schulbeginn den Stift in der Faust hielten, als wollten sie jemanden damit erstechen. Dieses Kind ist ein Mädchen, welches ganz von allein anfängt, all die Klischees zu bestätigen, die Menschen haben, wenn sie von natürlichen Unterschieden zwischen Jungen und Mädchen reden, außer natürlich dem Klischee, dass Mädchen länger schlafen. Das ist nur ein Witz.

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Wann wird endlich der 48-Stunden-Tag eingeführt?