War was? – IV

Hoch lebe der Mittagsschlaf.

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In der Kindheit ruhte ich in der Mittagszeit am liebsten in einer Hollywood-Schaukel im Garten meines Großvaters. Brandenburger Siesta, könnte man es nennen, allerdings: Besonders heiß war es nie. Aber es ging. Ab 25 Grad im Schatten durfte ich sogar im nahe liegenden See baden gehen, das waren dann zwei, drei Mal in der Woche. Vor der Hollywood-Schaukel hatte mein Großvater eine Vogeltränke gebaut, wobei gebaut natürlich ein wenig übertrieben ist, er hatte Beton gegossen, zu einer Acht geformt und den Rand höher  als die Mitte gezogen, so dass ein Kuhle entstand, in der sich das Wasser sammeln konnte. Regelmäßig füllten wir die Tränke auf. Einmal mit dem Besen herunter gefallene Kiefernnadeln entfernen, auch ein paar Algen, die sich am Boden der Tränke gebildet hatten, weg schrubben, neues Wasser mit dem Schlauch auffüllen und schon sammelten sich an warmen Tagen ein paar Spatzen, Meisen, ab und zu eine Amsel und wenn man ganz still war, kam ein Kleiber von einer der hohen Kiefern herunter gehüpft und gönnte sich ein kurzes Bad am Rande der Tränke. Während ich gleich daneben lag, ein wenig im Sommerwind schaukelnd und ruhend, in meiner Brandenburger Siesta.

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Melancholie am Dahme-Strand, zwischen Dolgenbrodt und Gussow.

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Ich halte „‚Halo‘ again“ für eine unglaublich bescheuerte Schlagzeile und muss dabei feststellen, dass mindestens 9.000 Prozent, wenn nicht sogar noch mehr, der täglichen Schlagzeilen, die zu konsumieren der moderne Informationsgesellschafter gezwungen ist, unglaublich bescheuert sind, wenn nicht sogar noch mehr.

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Bundesarchiv Bild 183-1990-0305-340, Berlin-Marzahn, Kaufhaus am Marzahner Tor

Alte Heimat. Ich war schon da, bevor das Ding gebaut wurde, habe die Bauarbeiter kommen und gehen sehen, bin in den halbfertigen Bauten herum geklettert, hab Blödsinn gemacht, später dann im „Warenhaus“ eingekauft und noch später im „Kaufhof“ meine erste „Bravo“ (6 DDR-Mark), bevor es dann wieder abgerissen wurde und jemand das „Eastgate“ hin zimmerte, war ich weg, lebe jetzt an einem besseren Ort und doch schaue ich manchmal herüber, zu den beiden Hochhäusern, den Zwillingstürmen und denke zurück, an alles.

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Wehmut, das bittersüße Geschenk des golden-grauen Herbstes.