War was? – V

Eine Wochenende ohne Fußball. Keinen Platz besucht, niemanden angefeuert, keinem dubiosen höchstillegalen Internet-Stream zufällig über den Weg gelaufen, keine Sportschau, kein Sportstudio, ab und zu ein Blick auf Twitter, ansonsten draußen viel Nebel, sonst nichts. Drinnen Besuch, Apfelkuchen mit Haferflockenstreuseln und Gespräche, sowie ein bisschen Wut im Bauch, über DAS Generationenproblem, denn deine Eltern stammen natürlich immer aus einer anderen Zeit, so wie wir aus einer anderen Zeit stammen, wenn wir in Jahren samstags am Kaffeetisch eines der Kinder sitzen und womöglich aneinander vorbei reden werden.

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Mit einem Menschen gesprochen, der Wildschweine jagt. Unter anderem. Desweiteren auch Rehe. Was sagt die Leidenschaft für die Jagd über einen Menschen aus? Ist er ein gelangweilter Großstädter, der plötzlich den Ruf der Natur viel zu laut hört, sich sogleich und nachts auf einen Hochstand begibt und mit der Flinte einen jungen Keiler erlegt? Oder ein Waffennarr, der endlich mal seiner Leidenschaft außerhalb virtueller Welten oder Schießbudenfiguren frönen kann, ohne größeren Schaden anzurichten? (Also ein vernünftiger Narr.) Jemand der gerne Blut sieht und mit dem Horn liebliche Jägermelodien spielt? Wie hoch ist eigentlich die Männerquote unter Jägern? In Thüringen,  liest man zum Beispiel, sind nur 4% der Jäger Jägerinnen. So etwas hatte ich mir schon gedacht. Eine sehr maskuline Tätigkeit, das Jagen. Die Liebste jedenfalls rümpft nur die Nase und erinnert an Bambi. (Zweifelsohne ein Reh, kein Wildschwein, aber trotzdem.)

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Immer noch mittendrin, im Lied von Eis und Feuer. Natürlich schon viel weiter, als die zwei  Staffeln der Fernsehserie. Manchmal wünschte ich mir, der Epos sei ein Textadventure und ich könnte bestimmen, in welche Richtung der einer oder andere Charakter ginge, allerdings würden sie wohl unter meiner Hand weniger unverhersehbare Pfade einschlagen, alles wäre berechenbarer, am Ende stünde weniger Tod und viel mehr Leben, weniger Grau, mehr Schwarz und Weiß. Ob mir das gefiele? Wohl eher nicht. Also weiter im Text.

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Alex Alves.