26.03.2013, #gerkaz, 4:1

Nüsschen, ich brauche Nüsschen, denn schnelles Passspiel, vor allem, weil das Wort so ungwöhnlich ungewöhnlich geschrieben wird, verursacht bei mir ein schier unstillbares Verlangen nach Nüsschen, am liebsten diese Erdnüsse zum Selberknacken, wobei die Erdnüsse gar keine Nuss ist, sondern eine Hülsenfrucht, der Name also eine Mogelpackung.

Leider verursachte mir der Bartelsche Qualitätsjournalismus (“Hätte ein Gomez oder ein Klose dort gestanden, die hätten natürlich sicherlich diese Flanke verwerten können.” etc.), der das Fußballspektakel von Nürnberg begleitete, zuerst den einen oder anderen Schluckauf, später verschluckte ich mich an einer kleinen Nuss, als ich versuchte, einen Hilfeschrei zu unterdrücken, diesen musste ich dann mit einem alkoholhaltigen Kaltgetränk herunterspülen, denn zum Fußball gehört der Bierkonsum wie die Laola.

Und wenn wir schon mal in Nürnberg sind: Liebes Publikum in Nürnberg, ihr, die ihr dort saßet um dem Spektakel zu folgen (oder nicht?), zu unterstützen und anzutreiben (macht man doch als Fan so, oder?), könntet ihr bitte, bitte, bitte, einfach mal für das nächste Mal, kurz überlegen, aus welchen Gründen ihr dies tatet? Einen Spieler eurer Mannschaft, deren Trikots ihr euch auf den Leib gezwungen (“Schwarz auf weiß” – Pocher als Torjubelhymne, auch so eine Sache), deren Nationalfahnenfarben ihr euch als groteske Perückenimitation auf den Kopf gesetzt oder ins Gesicht gepinselt habt, pfeift ihr aus, weil er einen Fehler gemacht hat?

Na ja.

Es gab auch Fußball? Klar, Kasachstan parkte den Mannschaftsbus aus Versehen im eigenen Strafraum, wobei auch das ein Stilmittel des modernen Fußball ist, immerhin wurde die Champions League 2012 in diesem Stil gewonnen, die falsche Neun holte sich beim Schönspielen eine blutige Nase (und natürlich ein Stürmertor), die echte Acht, die eigentlich ein Zehner ist, aber auch mal auf die Flügel ausweicht oder wie Bartels meinte “dieser Özil ist ja überall”, verdingte sich wie immer als Teilzeitmagier, die Vierzehn arbeitete, ist aber eben doch keine echte Sieben, noch nicht einmal ein schweinsteigerscher Doppelgänger, aber natürlich nicht schlecht, die echte Eins mit echtem Patzer und vor allem: Durch die total überspannende 2. Halbzeit hatte das Spiel einen gigantischen Unterhaltungswert, man stelle sich vor, alle Aluminiumtreffer wären im Tor gelandet, man hätte womöglich schon zur 2. Halbzeit abgeschaltet.

Na also, alles richtig gemacht. Was ihr immer alle habt.