Kommentierter Lesestoff vom 03. Juli 2013

Prism, Tempora. Habe ich eine Meinung? Ja und nein. Ja, natürlich. Permanente anlassunabhängige Überwachung einer nicht näher definierten Masse, also Vorratsdatenspeicherung, halte ich für ein absolut unverhältnismäßiges Mittel der Verbrechensbekämpfung. Von den Nebeneffekten (z. B. Wirtschaftsspionage) einmal ganz zu schweigen. Natürlich ist im Bereich der digitalen Kommunikation vieles möglich – Google demonstriert das mit personalisierten Suchergebnissen etc. wunderbar – allerdings schießt die Vorratsdatenspeicherung weit über das Ziel hinaus. Warum? Darum zum Beispiel:

# Simple Sachen – Massenüberwachung ist falsch positiv

Betrachtet man aber die Gesamtbevölkerung als verdächtig, überwacht die Kommunikation von allen und speichert von jedem Fingerabdrücke und Bewegungsprofile, so wird man damit einige wenige Terroristen entdecken können, aber eine Großzahl falsch positiver Gefährder fabrizieren, also völlig harmloser Bürger, die vom Staat zu Unrecht als Gefahr gesehen werden.

Dennoch macht es mir Mut, dass sich solche Dinge gerade eben nicht mehr ohne weiteres vor der Öffentlichkeit verstecken lassen und auch gerade deshalb habe ich keine Lust, die Wände meiner Wohnung mit Alufolie zu tapezieren oder klingonisch zu chatten (frei nach Sascha Lobo), mich in meinem digitalen Leben einschränken zu lassen.

# We are vulnerable by choice | anmut und demut

Was wir getan haben, war richtig. Emails nicht zu verschlüsseln ist in richtig. Ins Internet zu schreiben ist gut. Im Internet zu flüstern ist schön und wahr. Dies ohne Verdachtsmoment abzuhören ist falsch und verwerflich und häßlich. Und es gehört verboten und bestraft. Aber. Wenn wir selber darauf reagieren und unser Handeln möglichen Verfehlungen anderer – und sei es auch Staatsdiener – anpassen, dann machen wir uns selbst unfreier.

Nicht ganz unpassend dazu:

# Diese jungen Leute – Klaus Stuttmann Karikaturen

Das_Nuf über Berlin, meine geliebteste Heimatstadt, die ich zum Glück noch nie länger als drei Jahre verlassen musste.

# Berlin, mein schmuddeliger Freund | Das Nuf Advanced

Berlin ist für mich ein schmuddeliger Freund, den ich sehr gerne habe. Berlin ist für mich so unverstellt, dass ich mich ermutigt fühle auch so sein zu können wie ich mich fühle – wie ich bin. Berlin ist wie ein Freund, der einen gerne hat, auch wenn man gerade erst aufsteht, die Haare zu Berge stehen und man dringend mal Zähne putzen müsste.

Heinz Kamke liest und kommentiert Steffen Simon in seiner unnachahmlichen Art, was soll man dazu noch sagen.

# Der diskrete Charme der Meinungseinfalt | angedacht

Gerade jener föderale Charme, den die dritten Programme in der letzten Rechteperiode sonntags ausgespielt hätten, verlieh der Bundesligaberichterstattung eben dies: Charme. Er gab mir – leicht zeitversetzten Sportsendungen sei Dank – die Möglichkeit, einen fragwürdigen Elfmeterpfiff bei, sagen wir, Gladbach gegen Wolfsburg aus nordrhein-westfälischer wie auch aus niedersächsischer oder zumindest NDR-Perspektive bewertet zu sehen, oder auch nur von zwei mehr oder weniger neutralen Berichterstattern aus Bayern und Baden-Württemberg, die die Szene dennoch unterschiedlich beurteilten. Und er gab mir, ja, auch das, die Gelegenheit, mich ob der völligen Fehlinterpretation beim MDR zu ereifern.

Wäre ich kompetent, hätte ich Herrn Neururer womöglich vor Kurzem so geantwortet:

# On the Pitch | It’s starting to become a trend that managers get…

Buying the best players and keeping them fit and happy is no longer enough. Somewhere in your coaching staff there must be someone who has an idea about increasing the odds of scoring chances through movement of ball and players relative to the opposition. And then there has to be someone who knows how to design practice sessions that teach the application of that idea to the players. That’s the edge that differentiates the big spenders now and what enables small clubs to hang with the rest.

Und zum Schluss die Devise: Was ich selbst fabriziere, schalte ich auch selbst ab.

# Lockdown – Marco.org

We need to keep pushing forward without them [Google, Facebook and Twitter], and do what we’ve always done before: route around the obstructions and maintain what’s great about the web. Keep building and supporting new tools, technologies, and platforms to empower independence, interoperability, and web property ownership.