Dan Brown – Sakrileg

Ich sitze (irgendwo) und lese Dan Brown, Sakrileg. Nicht ganz neu, aber Amazon war so frei, mir das vor Monaten kostenlos auf den Kindle zu schaufeln, gekauft hätte ich mir dieses Werk wohl eher nicht. Nicht, dass es mich nicht packte oder nicht unterhielt, nein, nein, es gab tatsächlich Momente, in denen ich mich gut unterhalten fühlte. Aber. Dieser Stoff, dieses Verschwörungsgedöns, dieses zum Teil langweilige Versteckspiel, hier noch ein Symbölchen, das auf verschiedenste Art fehlinterpretiert wird und dort noch ein Verslein, mit vierfacher Doppeldeutigkeit und hinter allem ein großer Plan, hinter dem noch ein Plan steht, der von einem noch viel größerem Planer ausgeheckt wurde, der alle Fäden in der Hand hält und am Ende, ja, am Ende, gewinnen doch die Marionetten. Komisch.

Und ich muss gestehen, dass mich dieses Gerede vom weiblichen Gegenstück zum Patriarchat der katholischen Kirche als Ungläubigen natürlich positiv interessierte, dieses ganze Stück Verschwörungsliteratur inzwischen allerdings so schnell ins rechte Licht gerückt werden kann (dank modernster Recherchetechnik innerhalb von drei Sekunden), dass es leider schnell langweilig, unspannend, gähnend langweilig wird und man Gefahr läuft, so wie ich, (irgendwo) sitzend einzuschlafen.

(Bemerkenswert: Mein erster elektronisch konsumierter Roman. Was mir gleich auffiel: Das Lesen elektronischer Bücher ist natürlich ganz anders, man blättert weniger hin und her, nutzt schneller mal den benachbarten Browser zum Faktencheck – was wiederum zu Spoilern führen kann – zum Ende hin gab es für mich keinen Unterschied mehr im Vergleich zum herkömmlichen Papier.)