War was? – XI

Der physische Schmerz, der sich immer bemerkbar macht, sobald nur ein Fünkchen dämlichsten Boulevards meine Wahrnehmungssphäre betritt. Eigentlich sollten Fünkchen erhellen, diese aber verdunkeln alles, mit ihrer billigen, ekelhaften, menschenverachtenden Anmache der niederen Instinkte, die mir mit zunehmendem Alter scheinbar stetig abhanden kommen.

(Kurz RTL-Exklusiv eingeschaltet, irgendeine Reportage über einen Promi gesehen, in der ein Off-Sprecher ständig negativ spekulierte, während der bekannte Mensch diesen Quatsch genauso ständig mit seinen eigenen Aussagen ganz offensichtlich widerlegte. Ekelhaft. Fast wie Interviews von Fußballspielern direkt nach einem Spiel. Wie fühlen Sie sich nach diesem Spiel?)

((Und eigentlich ist es natürlich brutal naiv, diesen Sender einzuschalten und auch nur irgendetwas zu verlangen. Und doch fragt man sich, warum gerade dieser Sender “Dr. House” ausstrahlt und nicht irgendein anderer, weniger boulevardesker, aber vielleicht sollte man RTL dafür dankbar sein, dass die das senden und nicht Arte.))

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Menschen, denen die Akkuleistung eines Gerätes wichtiger ist, als die Funktionen, die einen das Gerät eigentlich kaufen lassen sollten.

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Infektiöse Gestört aber GeiL-O-Manie im Freundeskreis. Man sitzt zusammen, quatscht, isst und im Hintergrund streamt die Musik leise vor sich hin, ab und zu summt man mit, ab und zu zucken die Beine, als würde man tanzen wollen. Derzeit besteteste Hintergrundtanzmusik. Ob das die Künstler hören wollten, ist mir natürlich egal.

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Festgestellt, wie wenig echte Mitstreiter man so im Leben hat. Natürlich liegt das meist an mir selbst und meiner in mich zurück gezogenen Art. Wer wenig kommuniziert, wird auch selten wahrgenommen. Worüber sollten wir uns aber unterhalten, falscher Freund? Natürlich bist du nicht falsch, aber anders. Interessierst dich für Immobilien, beispielsweise. Ankauf, Verkauf, Sanierung. Das geht mir am Allerwertesten vorbei. Also sitzt man nach ner Stunde da, trinkt was und lauscht der Musik. Unbefriedigend. (Szenen keiner Ehe)

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In der Straßenbahn einem Mann gegenüber gesessen, der so dermaßen nach Zwiebel stank, dass mir die Tränen kamen.