War was? – XIII

Menschen sitzen zusammen, die meisten knapp unter vierzig, man redet, trinkt und knabbert Chips. Es ist kurz nach Mitternacht, Stimmung kommt auf, ein Kind hat sich selbst zum DJ ernannt, lümmelt auf der Couch, ein Smartphone in der Hand, kommt aber nicht mit Soundcloud zurecht, spielt dann youtube-Videos ab. Bei Helene Fischer scheiden sich die Geister. Die eine Hälfte der anwesenden Menschheit rastet förmlich aus, springt auf Stühle und Tische, reißt Arme und Beine in die Luft und singt den Text des letzten Kassenschlagers inbrünstig und auswendig, während sich die andere Hälfte angeekelt abwendet, sich noch einen Cuba libre mixt und verzweifelt in die kälteste Winternacht des Jahres verschwindet, um zu Rauchen oder wenigstens so zu tun, als ob. Später wird dann diskutiert, warum Menschen, auch unter den Anwesenden, Helene Fischer mögen könnten, dabei fließt der Alkohol in Strömen, scharfe Chips landen in knoblauchhaltigen Dips, brauchbare Argumente werden aber nicht auf den Tisch gepackt. Dafür aber „der Wendler“, Beatrice Egli (schaurig, dass ich sie ohne zu googeln auf Anhieb richtig schrieb) und so weiter.

#

Kinder haben das selektive Hören erfunden.

#

Hallenturnier, E-Jugend. Alles, was schief laufen kann, läuft schief. Der Trainer bleibt äußerlich ruhig, innerlich brodelnd, als erfahrener Zaungast kennt man das. Man wünscht sich ein wenig Pep Guardiola. Vielleicht. Ein bisschen Leidenschaft, jemand der gestikuliert, zeigt, was er will, was er nicht will, nicht meckernd, eher eine Hilfestellung, das Geschehen korrigierend, anpassend, Fehler vermeidend oder einfach nur darauf hinweisen. Keine Emotion ist viel zu wenig.

Die Schiedsrichterin pfeift ein Foul, schaut das Kind ein wenig sauer an, das dafür fragend, weil offenkundig unschuldig, gefoult hatte hier ein anderer, später aber wird das Kind erklären, dass es verwundert war, über den mahnenden Blick und den Zeigefinger und den Hinweis, es solle doch ruhig bleiben, denn eigentlich hätte es gar nichts getan, außer gedacht. „Kann die Schiedsrichterin Gedanken lesen?“ Wunderlich. Doch, würde man das wirklich wollen?

#

Stell dir vor, du fängst wieder an, Diablo zu spielen und bei der Recherche zum Thema stellst du fest, dass man über die Nutzung des Spiels quasi Doktorarbeiten veröffentlichen könnte. Und du findest das auch noch gut.