Der moderne Getränkeautomat

Ich stehe am Getränkeautomaten, wie jede Woche mindestens ein Mal, und versuche, zwei Kästen mit leeren Flaschen erfolgreich loszuwerden, hinter mir eine kleine Schlange aus Menschen, die offensichtlich die gleiche Absicht haben.

Frohen Mutes schiebe ich den ersten Kasten in den Automaten, ein Kasten gefüllt mit leeren Bierflaschen, nicht ganz voll, es sind nur 18. Nach kurzem Check – der Automat rödelt leise vor sich hin – merkt dieser höflich aber bestimmt an, dass die Flaschen, auf deren Etikett offensichtlich das gleiche Logo prangt, wie auf der Kiste, nicht zur Kiste gehören und verweigert die Annahme. Dieses Verhalten kenne ich bereits, also entnehme ich stoisch, aber etwas angefressen vom Unvermögen des doofen Automatens, die Flaschen der Kiste und schiebe sie einzeln hinein, anschließend noch die Kiste, der Automat scheint zufrieden, er meckert nicht.

Ich schiebe den zweiten Kasten, gefüllt mit leeren Flaschen eines matehaltigen Erfrischungstrunkes und vollständig bestückt, in den Automaten. Wieder verweigert der die Annahme und behauptet stur, diese Marke werde im Markt gar nicht vertrieben. Natürlich liegt er damit falsch. Immerhin kam ich doch nur aus einem einzigen Grund hierher, nämlich um einen neuen Kasten gleicher Marke, frisch gefüllt mit vollen Flaschen, wieder mitzunehmen. Das Zeug ist sogar vom Automaten aus zu sehen, doch der stellt sich blind. Ich nehme also wieder jede Flasche aus der Kiste, diesmal nicht mehr ganz so ruhig und Verwünschungen murmelnd, und schiebe sie einzeln hinein, dann wiederum die nun leere Kiste, der Automat scheint nun zufrieden und druckt ordnungsgemäß einen Leergutbon aus.

Die Schlange aus Menschen in meinem Rücken ist in der Zeit merklich angewachsen, einige Mitbürger schauen sogar grimmig, als wäre ich derjenige, der den Getränkeautomaten nicht ganz richtig programmiert hat, und ich denke ans Techniktagebuch.