War was? – XXI

In Bayern eine Leberkäsesemmel gekauft, wurde beim Reinbeißen von der Familie blöd angestarrt. Esst ihr mal eure fränkischen Schneeballdinger, sagte ich, ich mag Leberkäse. Aber nur in Bayern. Dann Neuschwanstein angeschaut. Nur Chinesen da.

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Ganz ehrlich: Ich kann mit Katzen nichts anfangen. Überhaupt nichts. Selbst niedliche Katzenfotos treiben mir Tränen in die Augen, so schlimm ist meine Katzenallergie.

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Im Freibad eine Horde pubertärer Frühmenschen beobachtet, während #Kind3 fröhlich eine riesige Rutsche bestieg und hinab sauste, in einem Tempo, das die Frau Gemahlin aus der Ferne nicht mehr scherzhaft fand. Ich schon. Außerdem schaute ich ja nur sporadisch hin, musste ich doch die Horde pubertärer Frühmenschen studieren. Wunderbar, diese Menschensorte, für die man als erwachsener Mensch nur eine Mischung aus Ekel und Bewunderung empfinden kann. Diese jungen Menschen mit den absurd falsch gepolten Gehirnen, die ihre von Freizeit und zunehmender Freiheit angenehm gestalteten Leben mit sinnentleerten Blödeleien und Posen verschwenden, so wie wir das taten, bevor wir in die Mühlen des Erwachsenseins geschmissen wurden und nun unsere Runden drehen, für das Konto und das dahinter stehende Leben. Gut, womöglich gibt es in Hipstertown Prenzl’Berg noch Enddreißiger, die sich in hipper Kleidung und dicken Kopfhörern gegenseitig anposen und aneinander reiben, aber das ist natürlich kein echt pubertäres Gehabe, nur die Simulation von Jugend, die, mit Abstand betrachtet, auch ganz schön lächerlich wirkt, vor allem wenn man dann, wie kürzlich im Freibad geschehen, eine Horde echter pubertärer Frühmenschen in ihrer quasi angestammten Heimat beobachtet. Ach ja, damals, Pubertät und Freibad, eine wunderbare Melange, einer der Höhepunkte im Leben eines Heranwachsenden, wo man noch halb Kind sein durfte („Hurra, Wasserrutsche!“ – „Arschbombe, Alter!“), aber auch schon so ein bisschen erwachsen („Hurra, Mädels im Bikini!“). Und #Kind3 hatte auch noch Spaß. Sie darf ja auch noch, ist sie ja noch lange nicht pubertär.

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Siehst die Saisoneröffnung eines Fußballvereins in der Sportschau, junge, engagierte und gut bezahlte Kicker giggeln vor und in Kameras, haben vermeintlich Spaß, einige sind sogar Weltmeister und tausende Menschen sind gekommen (aus aller Herren Länder), um einmal diese Typen zu sehen, und du sitzt vor dem Fernseher und kannst dir ein Grinsen nicht verkneifen, weil du „Cool, was für ne Mannschaft.“ denkst und zack, biste Bayern-Fan. Für eine kurze Aufmerksamkeitsspanne.