Konsum: Jeder hat seinen Preis | ZEIT ONLINE

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Auf Basis der Wahrscheinlichkeiten, die aus Testmärkten bekannt seien, könnten nicht nur Vorlieben errechnet werden, so Bau, sondern auch die persönliche Zahlungsbereitschaft und Preissensibilität. „Wenn wir den Cola-Absatz erhöhen wollen, finden wir heraus, ob Du als Pepsi-Liebhaber für Cola ein potenzieller Kunde bist. Ob Du es wiederholt kaufen würdest, wenn Du es einmal ausprobierst. Wie viel wir Dir zahlen müssten, um Dich zum Cola-Kauf zu bringen.“ Lohne sich der Kunde für Cola, biete man ihm an den roten Automaten genau den passenden Preisnachlass für Cola.“ Resultat seien individuelle Preise.

Wie gut das mit den Wahrscheinlichkeiten derzeit funktioniert, sieht man bei den Empfehlungen, die einem zum Beispiel Amazon auf Grundlage irgendeiner unbekannten Wahrscheinlichkeitsrechnung  anbietet: Sucht man einmal etwas geschmacklich Abwegiges, das man selbst nicht mag, aber womöglich verschenken will, wird man eben in diese Schublade gesteckt und bekommt Empfehlungen aus diesem Bereich, obwohl man sich dafür gar nicht interessiert.

Ansonsten wird die Zukunft in größeren Supermärkten sicher genau so aussehen, beim letzten verbliebenen selbst backenden Bäcker im Kiez hoffentlich eher nicht.