War was? – XXIX

Wie das Digitale das Leben übernimmt: Die Liebste wird #Kind1 zu einem Konzert begleiten und vernünftigerweise den öffentlichen Nahverkehr nutzen und weil dies beiden eher selten passiert, suche ich eine mögliche Fahrverbindung heraus, die aus der App direkt in den Familienkalender kopiert werden kann und dort inklusive Wegbeschreibung angezeigt wird. So wollten wir das doch schon immer haben, oder?

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Kurz gedacht, weniger nett sein zu müssen. Geht aber nur innerlich.

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Sitze in der S-Bahn, ohnehin schon eine eher vermeidenswerte Situation, in der man Mitmenschen ertragen muss, die vor sich hin Niesen, Husten, Räuspern, manchmal riecht der eine oder andere auch noch unangenehm, und muss zwei neben mir sitzende telefonierende Damen ertragen, die in mir das kaum zu bändigende Verlangen wecken, sie mit einer mächtigen Keule zu malträtieren. Unverständlich, dieses Rumtelefonieren im öffentlichen Raum, zu frühmorgendlicher Stunde, in der kaum ein mir bekannter Mensch überhaupt seine Zähne auseinander bekommt, geschweige denn zu mündlicher Kommunikation fähig ist, doch diese beiden telefonieren und überlagern meinen Podcastgenuss mit dämlichen Geschwatze („Hach, du duschst aber lange.“), dem ich dann nicht mehr folgen kann, weil ich leicht abzulenken bin, vor allem von unvollständiger Kommunikation, denn es fehlt immer eine Hälfte des Gesprächs und das Gehirn schreit die ganze Zeit: Worüber reden die? Hör zu! Argh.

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Ich lese zu viele Blogs, zu wenig Literatur. Mäh.