War was? – 14.10.2015

Echte Nerds vergrößern stündlich ihr Inselwissen, indem sie sich durch hunderte youtube-Beiträge zum Lieblingsthema graben. Und dabei ihre Umwelt vergessen.

Oder sie fragen ihre Nerd-Söhne.

„Papa, um clay zu bekommen, musst du cobblestone herstellen. Das machst du, in dem du dirt siebst und darin Steinbrocken findest. Aus vier Steinbrocken machst du einen Block cobblestone. Den musst du mit einem Hammer zu Kies, dann zu Sand, dann zu Staub machen. Den dust packst du dann in ein barrel mit Wasser und schon hast du clay. Aus drei clay kannst du einen bucket machen, den packst du in den Ofen und schon kannst du Wasser transportieren.“

Minecraft. Skyfactory. Wahnsinn.

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Yo.

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Ich lese die BILD auch ohne Adblocker nicht.

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Die Straße entlang. War das von Borchert oder eher etwas von Tolkien? Borchert drückte mir mein Deutschlehrer auf, am Ende hatte ich ein Gefühl dafür, was Depressionen sein könnten. Dann las ich Tolkien. Und zwar alles, was es in deutscher Sprache dazu gibt. Siehe oben: Nerd. Das Silmarillion musste ich mindestens fünf Mal lesen, bevor ich verstand, was Tolkien von mir wollte. Borchert lehnte ich schon nach drei Sätzen ab. Warum das so ist? Geschmackssache. Verständnis. Die Verdrahtung im Hirn. Ich mag auch Kafka, Benn und Bukowski. Untergangsliteratur, immer so ein bisschen verstörend. Ich habe mal meiner Frau vorgeworfen, dass ich mich nicht mit ihr über Kafka unterhalten könne, was mich intellektuell unbefriedigt hinterlasse. Blödsinn. Ich will das auch gar nicht. Ich will nur lesen und mich dann darin suhlen. Ganz für mich alleine. Reden ist Silber, sich einsam in Literatur suhlen Gold. Man muss Meinungen auch mal ignorieren können. Vielleicht habe ich deswegen das Literarische Quartett nie verstanden. Und irgendein Feuilleton sowieso nicht. Eventuell bin ich auch einfach nur ignorant. Das sind so die Gedanken, die ich habe. Wenn ich mit dem Hund die Straße entlang gehe. Ein wenig Meditation.