Schreiben?

Früher war alles. Vielleicht auch besser. Früher habe ich mal geschrieben. Und im Prinzip ist das ganz einfach: Textfile erstellen, schreiben, fertig. Oder: Notizblock zücken, Stift schwingen, fertig. Easy. Doch was kommt dabei heraus? Was bewegt es? Bewegt es überhaupt etwas, außer ein paar Fingern, den Augen und drei Millionen Gehirnwindungen? Ist es am Ende nur ein Gehirnfurz, ein leises, laues, stinkendes Lüftchen, das untergeht im Proteststurm der laut vor sich hin Schreienden?

Ich kann Twitter im Moment nicht ertragen. Fast so schlimm wie Facebook. Alle wissen was. Natürlich nur so ein bisschen von allem, aber immerhin genug, um wenig Platz für alles andere zu lassen. Checkste nich wa? Flüchtlinge sind die schlimmste Bedrohung seit immer! Du bist ein Nazi! Und du ein verachtenswerter Gutmensch, der die Augen vor dem Weltuntergang verschließt! Siehst du denn nicht die Streifen am Himmel, die alles und jeden manipulierenden Chemtrails, von Putinobamamerkelsweltuntergangsregierung? Und so weiter. Und alles mit Ausrufezeichen! Schreien! Laut!

Womöglich bin ich auch ungerecht. Aber so ist die Lage, wenn ich mein Notebook täglich aufklappe und lieber in den Tiefen eines Free-to-play-Strategiespiels versinke, als mich mit der großen weiten Welt zu beschäftigen. Es ist ja nicht so, dass ich keine Meinung habe. Doch wie soll sie die Welt besser machen? So vermessen kann ich gar nicht sein.

Minimalismus heißt meine Religion. Einen Gott habe ich allerdings nicht.

Ein Gedanke zu „Schreiben?“

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