War was? – 10.11.15

Diagnosen. Ich hätte lieber im Lotto gewonnen, als eine Mykobakteriose aus dem Lostopf zu ziehen. Aber gut, man kann es sich oft nicht aussuchen.

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In meinem Kopf gibt es einen imaginären Zeitstrahl, auf dem alle meine Krankheitstage der letzten 18 Monate markiert sind. Es sind sehr viele, ein dickes Brett, wenn man so will, das erst einmal verdaut werden muss. Ich habe gelernt, dass es ziemlich ungesund ist, sehr lange krank zu sein. Man wird ängstlich. Inzwischen bin ich ein Angsthase. Situationen, Begegnungen, Diskussionen, Gefühle, alles Dinge, die ich mal mehr oder weniger gut im Griff hatte, können zu kaum zu bewältigenden Alpengipfeln mutieren. Mindestens, wenn nicht sogar Himalaja. Ein übervoller Supermarkt am verkaufsoffenen Sonntag, der nur aufgesucht werden muss, um Kleinigkeiten zu erledigen? Nein, danke. Ich muss weg. Eine Diskussion zu einem kontroversen Thema, bei dem meine Meinung in der Minderheit ist? Zittrige Hände, Schweißausbrüche, halbe Stunde auf dem Klo einschließen. Wieder versuchen, einem geregelten Büroalltag nachzugehen? Ihr findet mich in einer abgelegenen, dunklen Ecke, auf den Feierabend wartend.

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Und sie? Sie schaut mich an und muss nichts sagen, denn sie weiß genau, wie sich das anfühlt.

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Wenn Liebe und Freundschaft ein Netz bilden und man nicht ganz so tief fällt.

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Lieblingsbild:

playing with the kids

 

Ein Gedanke zu „War was? – 10.11.15“

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