Ja, aber

Einiges wurde gut. Aber.

Der Hund zieht an der Leine, keine Ahnung, warum der es so eilig hat. Dunkle Wolken verschwinden Richtung Süden, in meiner rechten Hand eine kleine linke, ein Mädchen an meiner Seite, fast fünf Jahre, plappert viel, will alles wissen. Meine Tochter.

Klingt gut. Aber.

Der Tag war gut, würde nicht hinter jeder Ecke dieses Aber warten, mir schwuppdiwupp einen Sack über den Kopf ziehen – als wüsste ich nicht, welcher Dämon mich da gerade überrumpelt – und mich entführen. Irgendwohin. Ins Dunkle. In die Kälte. Ins Ungewisse. In die Hölle.

Keine Ahnung, wie sich die Hölle anfühlt. Hab mal in Dantes Inferno gelesen, es dann aber sein gelassen. War mir zu kompliziert. Ich mag Menschen, die sich von Komplexität nicht abschrecken lassen, selbst halte ich es gerne etwas einfacher. Ist das vielleicht das Problem?

Die Dinge sind einfach nicht einfach. Ganz allgemein gesehen. Alles fängt immer ganz harmlos an. Selbst eine Lawine. Erst hat man einen Schnupfen, dann geht er nicht weg, dann plagt man sich drei Monate mit Fieber und Medikamenten, dann wird man operiert, dann ist es immer noch nicht vorbei und man frisst ein paar Jahre bunte Pillen.

Denn es gibt ein Aber.

Und während man so dahin glitt, durch grauen Alltag und Krankheit, ging etwas verloren: Erst du, dann ich. Oder andersherum. Wer weiß das schon. Und während man also monatelang mit sich selbst und dem Alltag rang, ist man aus Versehen falsch abgebogen, in eine Sackgasse.

Bedrückend. Oder vielleicht auch nicht. Nichts zu wissen, nur zu erahnen, das ist es, was runterreißt.

Ich gehe über die Brücke, darunter Spree, Sonne scheint, blauer Himmel, hinter mir der Hauptbahnhof, rechts der Potsdamer Platz, Bundestag, Bundeskanzleramt, auf den Ohren irgendetwas altes von Gabriel & Dresden, über die Wangen laufen Tränen und ich kann nicht einmal mehr sagen, warum.