auch nur ne nacht in berlin

früher habe ich mich für einen melancholiker gehalten, bis mir das leben etwas anderes beibrachte. aber egal, vieles ist überwunden. meistens.

nachts an der spree, ein bisschen was getrunken und das gefühl, das mich sonst in solchen zeiten überwältigt – schade, dass die welt irgendwann untergehen wird. vielleicht schon jetzt gleich. also weine schon mal. – stellt sich nicht ein.

dafür räubern wir uns auf ein sommerfest einer eigentümergemeinschaft, kein berliner dabei und die musik ist auch ziemlich schlecht. aber es gibt bier.

am „kater blau“ vorbei. das leben ist zu kurz für lange schlangen, an gehypten clubs, in gehypten städten. „süß war gestern“ reicht eigentlich, die getränke sind okay. wir sind ganz schön alt.

„keine schönen frauen hier“ sagt er zu mir und wahrscheinlich hat er recht. älter werdende herren sind anspruchsvoll oder haben resigniert. die meisten hier haben nicht einmal schöne schuhe an. einige rauchen. haben wir uns auch schon abgewöhnt.

bunte lichter an der decke, bass pumpt, das herz geht, wir auch. nächtlicher döner, fahrt durch die sommerliche stadt, der morgen graut, gänsehaut, wir können alles, denn wir leben in berlin.

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