Ach, Arne

Diese Debatte und die Distanzierungen von Lahm und Friedrich haben sicher nicht dazu geführt, dass sich demnächst einer hinstellt und sagt: “Mein Gott, ich steh auf Männer, und jetzt fickt euch.”

Zum blonden Engel

Montag sagen sie noch, dass sie ja nur der Sport interessiere, das Ergebnis, der Spaß und so und Mittwoch sehen sie das Champions-League-Spiel und finden die neuen bunten Schuhe von Nike total schwul und wie der Cristiano Ronaldo seine Haare gelt und so und am Samstag stehen sie neben dir im Stadion und schreien so etwas wie „du schwule Sau“ zum Schiedsrichter, als stünde „schwul“ auf einer Bedeutungsebene mit Arschloch, Idiot, schwarze Sau. Deswegen mag der Arne das nicht und auch nicht der Phillip oder der Mario oder oder oder und deswegen wird sich auch niemand hinstellen und sagen: „Na und?“

Daily linkliste 26.10.2011

  • Glück – manchmal ziemlich einfach (auf Holz klopfen) | Das Nuf Advanced
    „Haltet gelegentlich einen Moment inne und fragt Euch, ob es gerade jetzt nicht mindestens einen Grund gibt, sich gut zu fühlen und Glück zu empfinden.“
  • Fussball Kultur: Der Kreisel
    Der tödliche Pass: „Im Camp Nou hört man auch manchmal ein spezielles, sanftes Raunen. Eine Mischung aus verzaubertem Staunen und neidvoller Ungläubigkeit. Ein Kennzeichen, dem nun etwas Größeres folgt. Die Geräusche werden lauter und bestimmender. Sie nähern sich dem vermeintlichen Ziel. Es ereignet sich ein Prozess der universalen Integration, der sich auf immer höheren Ebenen bewegt, der uns selbst in seinen Verlauf aufnimmt und Teil davon werden lässt, bis schließlich der Höhepunkt des Torerfolgs auf der Ebene der Ekstase vorerst erreicht ist.“
  • Fernglas FCB: Abgelehnt!
    „Wenn es nicht ganz so auffällig sensationslüstern gewesen wäre, hätte die Regie vermutlich durchgehend das Treiben im Gästeblock übertragen, so allerdings war man gezwungen sich doch noch hin und wieder auf den Platz und das Spielgeschehen zu konzentrieren. Übrigens: schönes Tor von Götze!“
  • internet vs. datenschutz – wirres.net, fachblog für irrelevanz
    „ich weiss dass ich nichts weiss und was ich nicht weiss, macht mich nicht heiss.“

Unterwegs mit dem Nachwuchs

Wie lief eigentlich das Vereinsleben ohne Navigationsgeräte? In diesem sagenumwobenen Damals?

#

Auswärtsspiele. Fremde Orte kennen lernen, die letztendlich doch vertraut sind. Vereinsheime bieten immer das Gleiche: Kaffee, Bockwurst und Pokale des ansässigen Vereins. Alle haben immer viel erreicht, so dass man stolz sein kann. Und der Kaffee ist meist trink- und bezahlbar.

#

Je jünger die Kinder, umso früher die Spiele.

#

Taktik fängt eher so in der Mitte der F-Jugend-Zeit an, bis dahin laufen alle dem Ball hinterher und versuchen ihn möglichst schnell ins Tor zu bugsieren. Das hat zunächst wenig Charme, manchmal schmerzt es. Dann schaut man weg und fachsimpelt anderweitig. Und ignoriert die Zwischenrufe der ambitionierten Eltern, deren Kinder schon im zarten Alter von sechs Jahren natürlich einen künftigen Star erkennen lassen.

#

Vielleicht erwartet man aber auch zu viel.

#

Trotz der Kälte krempelt sich M. die Ärmel hoch. Das macht er immer so, anders kann er nicht spielen. Jemand sagt, dass er ein toller Dribbler sein, man freut sich. Der T. ist ein Zweikampfmonster, gewinnt fast jeden Ball, spielt aber noch zu wenig. E. ist neu in der Mannschaft, er ist noch unsicher. Aber er hat etwas, das wenige in diesem Alter haben: Ballgefühl. Man sieht das nicht immer auf den ersten Blick, nur wenn man genauer hinschaut sieht man, dass sein Spiel anders ist, als das der meisten Gleichaltrigen. Ein Linksfuß mit Perspektive. Eine Mannschaft voll kleiner Menschen mit Perspektive, die plötzlich nichts anderes mehr im Sinn haben, als ernsthaft Fußball zu spielen, allein das zu sehen macht Spaß und ist es Wert, einen Samstagvormittag dem schnöden Ballspiel zu opfern.

#

Am Ende siegen sie 6:2 in einem recht guten Spiel, alle sind zufrieden, die Sonne scheint und die Kälte ist erträglicher geworden. Man sieht sich wieder, nächsten Samstag.

Sorry, lieber BVB,

es tut mir wirklich leid, dass ihr schon wieder ein Spiel in der Champions League verloren habt. Vor allem tut es mir leid, weil ich daran scheinbar nicht ganz unschuldig bin. Scheinbar bringe ich Unglück.

Schon beim Spiel gegen Olympique Marseille habe ich einen der drei Gegentreffer, die ihr hinnehmen musstet, mit verschuldet, denn genau in dem Moment, in dem ich es wagte, mir einen Teil des Spiels anzuschauen, köpfte Mats Hummels den Ball Loïc Remy genau vor die Füße und der nahm die Einladung zum Tor natürlich gerne an. Mein Gesichtsausdruck entsprach dann auch genau dem Mats Hummels.

Und gestern passierte es schon wieder. Einschalten, Freistoß Olympiakos, Tor, 3:1. Mist. Es tut mir wirklich leid und ich werde versuchen, eure verbleibenden Gruppenspiele nur noch im Ticker zu verfolgen, in dem ich euch nicht so gefährlich nahe kommen kann. Vielleicht gewinnt ihr ja dann auch noch einmal. Oder zwei Mal.

Mit besten Grüßen
B.

PS: Aber bitte, strengt euch beim nächsten Mal trotzdem mal ein bisschen an. Ihr könnt ja nicht mir allein die Schuld in die Schuhe schieben.

Daily linkliste 19.10.2011

Daily linkliste 18.10.2011

  • Fußball – Bundesligen – Schriftsteller Uwe Timm im Interview – »Camus wäre Werder-Fan«
    Uwe Timm über Thomas Schaaf:
    Ich bedaure, dass sein Gesicht nicht öfter im Fernsehen gezeigt wird. Ich könnte stundenlang darin lesen. Sein Mienenspiel, bei dem jeder Muskel, jede Falte arbeitet, ist doch viel interessanter als das der notorisch explosiven Trainer wie Klopp oder Trapattoni!
  • Soziale Netzwerke: Nix war früher besser | Digital | ZEIT ONLINE
    In allen Diskussionen über Facebook wird die Vorstellung, dass es sich bei den Usern um mündige Bürger handeln könnte, stets als naiv zurückgewiesen. Dabei kann jeder genau steuern, welche Informationen auf Facebook auftauchen. Nur der YouTube-Clip, den ich auf Facebook runterlade, hinterlässt auf Facebook Spuren. Man muss Facebook nicht sein Adressbuch anvertrauen, man kann Applikationen blocken. Wenn ich nicht möchte, dass Facebook meine E-Mail-Nachrichten speichert, dann schreibe ich Mails mit einem anderen Programm. Das mag einen gewissen Aufwand erfordern, aber Selbstbestimmung ist immer Arbeit.
  • Netzfreiheit: Die Antwort der Piraten – Feuilleton – FAZ
    Was für verfassungsrechtliche Skelette tanzen denn noch in den Kellern der deutschen Sicherheitsbehörden, wenn ein so massiver Verstoß wie der Staatstrojaner eine Kleinigkeit sein soll?