MegaZusammenhang

https://twitter.com/#!/bufflon/status/159170130998341632

ich versteh einfach nicht, wieso kim schmitz sich damit anscheinend ne goldene nase verdienen konnte, aber die “content-industrie” es nicht auf die reihe bekommt, mir einen ähnlich chilligen service bereit zu stellen. ich checks einfach nicht…statt die möglichkeiten zu nutzen…den leuten das zu geben, was sie haben wollen, die ganzen internetz$ abzugreifen, die einfach überall rumliegen und nur eingesammelt werden möchten, werden lieber millionen an steuergeldern investiert, um megaupload, piratebay usw zu verfolgen. und wir alle wissen doch, dass das alles nichts bringt. megaupload war zwar nen toller filehoster, aber es wird ganzs icher nicht der letzte gewesen sein, der mir das bietet, was ich brauche. rapidshare zB bietet mir inzwischen als free-user auch wieder mindestens 1 mb/s ohne wartezeit, ohne downloadlimit. und wenn sie irgendwann rapidshare vom netz nehmen, wird der nächste anbieter in den startlöchern sitzen.

[Kommentar bei netzpolitik.org]

Und wenn sich die Unterhaltungsbranche dann irgendwann mal dazu bequemen könnte, aus dem Erfolg von Megaupload etc. zu lernen und internationale Lösungen für Konsumenten anzubieten, statt ihre Energie in nicht minder schmutzige Lobbyisten-Arbeit in der Politik zu vergeuden, dann kommt vielleicht langsam mal was ins Rollen.

[Spreeblick]

Natürlich ist dieser Kim Schmitz ein Unsympath. Natürlich ist das illegale Herumarbeiten an und mit Werken, die jemand im Schweiße seines Angesichtes (manchmal, jedenfalls) schuf, etwas, was ich nicht gut heißen möchte. Und trotzdem möchte ich als Konsument als Konsument behandelt werden (Kunde ist ja schließlich König, ein Motto, das schon an der Käsetheke meiner Großmutter groß geschrieben wurde) und nicht als Bittsteller, dem es förmlich leid tun muss, bereit gewesen zu sein, ein paar Kröten für ein tatsächlich erwerbenswertes Produkt ausgegeben zu haben (DVDen für das Kinderzimmer, mit gefühlt stundenlangen Hinweisen auf böse, rechtswidrige Raubkopierer. Zum Beispiel.

[to be continued]

Gesammelter Scheiß 2

„Fußball ist so geil.“ – Der Siebenjährige ist wieder fit. Der Zehnjährige auch. Was will man mehr.

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Die Tatsache, dass. Und den ganzen Tag an „dingens“ denken. Es ist nicht so, dass ich sprachlich am Ende wäre. Könnte ich meinen Kopf an eine endlos mitschreibende automatische Schreibmaschine anschließen, ich schriebe jede Woche einen Roman. Oder jeden Tag. Fiktion und Realität. Allerdings verschwende ich meine Zeit nicht mit unnützen Dingen, ich lebe ein Leben, was auch nicht so schlecht ist. Und das, natürlich.

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DFB-Präsident Theo Zwanziger ist der Überzeugung, dass es im Profifußball statistisch deutlich weniger Homosexuelle gibt als in der restlichen Gesellschaft. „Die Prozentsätze sind im Leistungssport in dieser Größenordnung nicht zu finden. Ich kenne die Statistiken, aber auf den Fußball sind sie nicht übertragbar. Das ist meine persönliche Einschätzung“

11Freunde

Ich bin der Meinung, dass es unter Astronauten statistisch deutlich weniger Homosexuelle gibt, als in der restlichen Gesellschaft. Die Prozentsätze sind in der Raumfahrt in dieser Größenordnung nicht zu finden. Ich kenne die Statistiken, aber auf die Raumfahrt sind sie nicht übertragbar. Das ist meine persönliche Einschätzung.

(Kneipentalk, jeder hat eine Meinung. Das ist grundsätzlich zu begrüßen, öffentliche Menschen sollten allerdings erst denken, dann reden. Aber vielleicht haben verschiedene Präsidenten genau damit Probleme. Die Meinung ist schneller als das Hirn. Ein Präsident, der sagt „Mir ist Wurscht, wen ihr liebt, Hauptsache ihr spielt guten Fußball.“, das wäre für mich eine Innovation.)

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Bei verschiedenen Hallenturnieren diverse Jugendmannschaften Fußball spielen gesehen, sicher, das sind nur Ausschnitte, kleine Schnippsel vom Können der nächsten und übernächsten Generation, mache mir trotzdem keine Sorgen um den Nachwuchs. Haben Spaß und können was am Ball, was will man mehr?

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Worüber tatsächlich wenig geschrieben wird (doch, wird, hier zum Beispiel):

Was mir auf den Sportseiten fehlt: Kapitalismuskritik. Selbst im Wirtschaftsteil jeder Zeitung wird inzwischen kritisch das System beäugt, die Financial Times bringt eine Besprechung Hessels, nur im Sportteil wird noch so getan, als wären wir in den kuscheligen 80ern. Wenn überhaupt angeprangert wird, dann Details. Oder Hoffenheim.

Zum blonden Engel

[to be continued]

Charlie

Das sind sie also, die letzten Bilder von Charlie, wie ich ihn liebevoll nenne, von unserem Charlie, dessen ruhige und leuchtende Anwesenheit das wohlig warme und heimelige Gefühl der Weihnachtszeit ein wenig erhalten konnte. Doch inzwischen ist er müde geworden, wurde als Partydekorationsutensil missbraucht und steht nur noch traurig in der Ecke, für ihn ist es Zeit zu gehen, sich zu den anderen Bäumen zu gesellen, die dort draußen in Gruppen herum liegen, von ihren ehemaligen Besitzern verlassen und vergessen.

„Charlie“ weiterlesen

Gesammelter Scheiß 1

Mein erstes Blog hieß so. Gesammelter Scheiß. Jahre her, leise verschwunden, Teile liegen sicher noch in den Tiefen des Netzes oder schlummern in irgendeiner Sicherheitskopie. Ein guter Anfang, gescheitert an Eitelkeiten und Unverträglichkeiten. Keine Freundschaft ist eben keine Freundschaft. Schwamm drüber.

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Den Wulff-Eintrag am Ende eher peinlich gefunden. Grundtenor ist okay, aber viel zu weich, keine Rebellion, zu leise. Ich kann nicht laut, außer am Spielfeldrand. Zusammengefasst hätte es auch lauten können:

Kann den Typen, der sich durch Herumlavieren und Wahrheit verbiegen unmöglich macht, nicht leiden. In Privatangelegenheiten bei Redaktionen nachfragen, ob es noch geht? Natürlich! In der Öffentlichkeit herumdrucksen und nicht zum eingebrockten Süppchen stehen? Fail! Allerdings ist meine Politikerverdrossenheit so groß, dass sich sofort die Frage stellt: Und wer kommt danach? Von und zu Guttenberg? So leicht schafft sich Demokratie ab.

Andererseits darf man der Blöd! natürlich nicht den Triumph gönnen.

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Nicht geschossenes Foto: Ein „Atomkraft? Nein danke!“ – Aufkleber an einem Porsche-SUV.

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Die Wahl des Weltfußballers 2011 kam unterschiedlich an. Der Siebenjährige feierte zwei Sekunden lang, dann schlief er ein, der Zehnjährige hätte lieber diesen Portugiesen gewinnen gesehen, sie fragte nach der Frisur des Gewinners und ich hätte es lieber Xavi gegönnt. Kind3 schlief. Letztendlich also nur eine Randnotiz.

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Seit dem Moment, in dem ich die Biographie von Steve Jobs in der Hand hielt, wünsche ich mir dringlichst ein iPad. Das ist nicht Marketing, das ist Hexerei.

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Henry, natürlich Henry! (Obwohl ich ihm das hier noch nicht verziehen habe.)

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Natürlich weiß ich, was es heißt, Fan zu sein. Morgens schon, noch bevor überhaupt der Kaffee fertig ist, fragt man sich, wie es heute wohl laufen wird, ob alle fit sind, ob sie heute wieder zeigen können, was sie drauf haben, ob die Gegner nicht zu stark sein werden, der Schiedsrichter gerecht etc. Ein leichtes Kribbeln in der Magengegend, erhöhter Pulsschlag und wenn es los geht, schwitzige Hände, Emotionen, Jubel oder auch Wegschauen, wenn wieder einmal der Innenpfosten getroffen wird und der Ball aus dem Tor springt oder die Abwehr diesen einen kleinen Tick zu langsam ist und ein gegnerischer Stürmer den Torwart überwindet, zack, zack, drin ist er. Ja, natürlich bin ich ein Fan der Jungs. Ohne Frage: Natürlich!

#notmypresident

Mein Jugendfreund ist Unternehmer. Eingeladen hat er mich schon mal zum Bier, einen Kredit über eine halbe Million Euro zu besonders günstigen Konditionen hat er mir nicht gegeben. Oder seine Frau. Oder seine Oma. Auch sonst niemand. Auch die Bank war nicht nett, als wir mit ihr verhandelten, Kreditverträge besiegelt man auch nicht per Handschlag (außer vielleicht unter Pastorentöchtern) und ein “rollierendes Geldmarktdarlehen” mit einem angenehmen Zinssatz von 0,9 bis 2,1 Prozent ist mir auch noch nie angeboten worden. Aber ich bin auch nicht Ministerpräsident oder besser: Bundespräsident.

Die Probleme des Bundespräsidenten müssten natürlich keinen interessieren, wenn er nicht eben der Bundespräsident wäre. Auch wenn seine politische Funktion eher nebensächlich ist, so sollte er doch als Staatsoberhaupt eine Gallionsfigur sein, mit gutem Beispiel voran gehen (wenn so etwas überhaupt geht) und meinetwegen auch den netten Grüßonkel spielen, den alle mögen. Eine Identifikationsfigur sein.

Mag sein, dass mehr als die Hälfte der Deutschen immer noch der Meinung ist, dass Herr Wulff diese Funktion optimal ausfüllt, für mich gilt das nicht. Im Interview am Mittwoch dieser Woche sah ich einen glatt gebügelten Berufspolitiker, der (selbst verschuldete) Klippen butterweich umschiffen wollte, ohne dabei klare Worte finden zu müssen, ohne (mögliche) Missverständnisse aus dem Weg räumen zu wollen, jemanden, der alles tun würde, um in einem Amt zu bleiben, ob es nun Ministerpräsident von Niedersachsen oder Bundespräsident heißt.

Natürlich habe ich eine idealisierte, romantische Vorstellung davon, wie ein Staatsoberhaupt zu sein hat (Idealvorstellung: Richard v. Weizsäcker), vielleicht bin ich auch ein wenig zu konservativ geworden, und trotzdem: Dieser Bundespräsident ist, so wie ich ihn im Moment erlebe, der Inbegriff der Politikerverdrossenheit, ein weiterer Grund dafür, Politiker nicht zu mögen, ihnen nicht über den Weg zu trauen, wohlwissend, dass damit der Mehrheit der engagierten Politiker unrecht geschieht.

Und an der Wahl des Bundespräsidenten ist nicht einmal der Wähler schuld.

Unterwegs

Wenn man am Morgen eines Adventssonntages, grau verhangener Himmel und graupeliger Nieselregen, durchs Brandenburger Land fährt und dabei melancholische Beats aus der Beschallungsanlage schallen (also nicht Wham oder so), denkt man sich kilometerlange Blogeinträge aus, die man später vergisst und nicht mehr aufschreibt. Ja, philosophiert man vor sich her, so ist das und das, so und nicht anders.

Zum Beispiel: Wenn ich einmal Trainer wär.

Und dann verdaut man die neun oder zehn Stunden, die man am vergangenen Tag in einer unangenehm lauten Sporthalle (beinahe sagte ich Turnhalle, was aber wie Turnbeutel klingt, ein Wort, das wunderbar ein Zweitblog überschreiben könnte) verbrachte, um junge Nachwuchskicker unsachgemäß anzufeuern (denn anfeuern von Nachwuchskickern durch Eltern ist oft subjektiv und unsachgemäß, soweit man nicht in einer Fair-Play-Liga spielt – gute Idee, übrigens), man denkt an die Tage, Wochen, Monate, die vergingen und auch mal genau so waren, wie diese graue Suppe an diesem Adventssonntagsmorgen, man denkt an die viel zu oft vergeblich verschwendeten Gedanken, die man irgendeinem herbei phantasierten Problem widmete, statt in der Hollywoodschaukel zu liegen und das Buch, das man schon immer lesen wollte, zu lesen. Und so weiter.

Die Gedanken schweifen und schwoofen.

Und weiter fährt man dann durchs Brandenburgische, es könnte auch Schnee liegen, aber nicht die Sonne scheinen, vorbei an Einöden und Neubauten und obwohl es hier eigentlich kaum etwas gibt, das man großartig Bejubeln oder laut Beschreien und supidupitoll finden könnte (außer den herrlichen Ansammlungen eigentlich recht öder Kiefernwälder und Felder und märkischen Sand und Heide), fühlt man sich auf der Fahrt, begleitet von melancholischen Beats aus der Beschallungsanlage (also bloß nicht Wham oder so) wunderbar zuhause.

Erklärungsnotstand

Ich verstehe die Finanzkrise nicht. Und niemand kann mir die Finanzkrise erklären, wahrscheinlich weil niemand sie versteht. Oder die richtigen Worte findet. Frau Merkel schaut wie ein trauriger, alter Dackel in die Kamera, der Mann von der Ratingagentur mit Blick von ganz ober über eines der Finanzzentren , schaut wissend drein, als gehörte er zu den ganz großen Jungs, die gerne sagen: Tja.

Überhaupt, die Ratingagenturen. Waren es nicht genau diese Ratingagenturen, die bis 2008 gerne finanztechnischen Giftmüll als Luxusware labelten, weil nicht ganz so schlecht daran zu verdienen war? Diese Ratingagenturen, die jetzt über das Wohl und Wehe eines Staates entscheiden sollen?

Vielleicht bin ich ja zu ignorant oder zu doof oder einfach nicht interessiert genug. Vielleicht ist das alles viel zu komplex, um es dem Normalsterblichen verständlich zu machen. Vielleicht ist es einfacher, einem Siebenjährigen die Abseitsregel zu erklären, als mir die Finanzkrise. Vielleicht. Und Unverständnis.

Oder kann mir irgendjemand in drei Sätzen erklären, warum zum Beispiel ein Staat sich Geld von einer privaten Bank leihen muss und dafür Zinsen zahlt, während diese Bank wiederum sich dieses Geld bei einer (staatlichen) Zentralbank für einen weitaus günstigeren Zinssatz leiht und am Ende andere Staaten Sicherheiten für diesen einen Staat aufbringen müssen, weil der den überhöhten Zinssatz der privaten Bank nicht mehr finanzieren kann, während er das Geld von der Zentralbank quasi geschenkt bekommen hätte? Und die Kreditwürdigkeit der anderen Staaten wird damit natürlich auch gleich in Frage gestellt, weswegen die wiederum für ihre Kredite mehr Zinsen zaheln müssen? Häh?

Die britische Wirtschaft ist ebenfalls ins Stolpern geraten, doch die Regierung muss nur zwei Prozent Zinsen zahlen, während in Europa teilweise mehr als sieben Prozent bezahlt werden müssen. Das liegt daran, dass diese Länder keine „staatliche Option“ bei der Geldschöpfung haben. Im Unterschied zu Europa haben Amerika und Großbritannien Notenbanken, die Geld drucken können, um Zinsen zu bezahlen oder bestehende Schulden zu finanzieren. (faz)

Irgendwo, in einer kleinen Kiste auf dem Dachboden, liegen noch ein paar Milliarden Reichsmark von meiner Uroma herum. Sollte ich sie mir einmal genauer anschauen, in den Händen halten, sie spüren, an ihnen riechen und ein paar Erinnerungen an längst überwunden geglaubte Zeiten hervor locken? Gruseliger Gedanke.

Frau Dackelblick Merkel, nehmen Sie ihn mir bitte.

Ach, Arne

Diese Debatte und die Distanzierungen von Lahm und Friedrich haben sicher nicht dazu geführt, dass sich demnächst einer hinstellt und sagt: “Mein Gott, ich steh auf Männer, und jetzt fickt euch.”

Zum blonden Engel

Montag sagen sie noch, dass sie ja nur der Sport interessiere, das Ergebnis, der Spaß und so und Mittwoch sehen sie das Champions-League-Spiel und finden die neuen bunten Schuhe von Nike total schwul und wie der Cristiano Ronaldo seine Haare gelt und so und am Samstag stehen sie neben dir im Stadion und schreien so etwas wie „du schwule Sau“ zum Schiedsrichter, als stünde „schwul“ auf einer Bedeutungsebene mit Arschloch, Idiot, schwarze Sau. Deswegen mag der Arne das nicht und auch nicht der Phillip oder der Mario oder oder oder und deswegen wird sich auch niemand hinstellen und sagen: „Na und?“