dauerregen

freitag abend hat es übrigens geregnet. kurz habe ich noch draußen gesessen und „game of thrones“ auf dem kindle geschaut, doch dann tröpfelte es ein wenig, bis jemand von ganz weit oben den hahn aufdrehte und der regen strömte.

samstag regnete es. wir haben gerade noch ein wenig im garten herumgetollt, den besuch des sommers genossen, dann zogen wolken auf, diese schwarzen, bedrohlichen, die dich zu erdrücken drohen, und es regnete und donnerte und blitzte, als ginge die welt unter. in einem see aus regenwasser.

sonntag früh regnete es. gerade fuhren wir mit dem auto in richtung hauptbahnhof, als ein wolkenbruch monsunartigen ausmaßes über uns hereinbrach, man konnte kaum aus den fenstern schauen, die welt bestand nur aus wasser und wind und wasser. regenmassen ergossen sich auf das glasdach des hauptbahnhofs, es rauschte, windete, strömte und die menschen schauten ängstlich, als ginge die welt in kürze unter.

seit montag abend regnet es. vor der tür, auf der wiese, auf den straßen riesige pfützen in denen die regentropfen blasen werfen, alles ist nass und wird nass, sobald man das haus verlässt. kein schirm ist groß genug und keine outdoor-kleidung mehr dicht, fußwege und straßen sind überschwemmt, unwetterwarnungen erscheinen stündlich auf smartphonedisplays, heute regen, morgen regen, übermorgen regen. wenn es so weiter geht, werden es keine ausflugsdampfer mehr sein, die an der anlegestelle vor der tür touristen zum sightseeing aufs schiff einladen, es wird noah mit seiner arche sein, der dort anlegt, um jeweils einen unserer art vor dem untergang zu retten.

War was? – 10.03.2017

Sitze über eine Kommentar zu einem Gesetz, einsortiert in einem dicken Band, als Loseblattsammlung, und denke ans Schreiben. Eigentlich sollte ich etwas Aufschreiben, eine schwer nachvollziehbare Begründung für Dieses, eine halbgare Erklärung für Jenes, aber das alles flasht mich nicht so, wie das Aufschreiben der Dinge, die mir so durch den Kopf gehen.

Das Problem daran ist, dass die Dinge nicht einfach so klar erscheinen, gegriffen werden und aufgeschrieben werden können, nein, sie wabern wie im Nebel durch den Sumpf meines Gehirns und bieten wenig Fläche (oder zu viel), an der man angreifen könnte. (Klingt wie Benn?)

Ich mag es eigentlich, wenn es wabert, man hat dann immer etwas zu tun, versucht lange, Gedanken zu identifizieren, zu sezieren, zu erkennen, ihren Sinn zu verstehen. Auf der anderen Seite der Medaille macht es mich aber immer wieder zu einem in sich gekehrten, die Zähne knirschenden, stillen Zeitgenossen.

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Ich sehe mir Bilder der Sony World Photography Awards an und wünschte, ich könnte das auch.

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Wirklich abschalten kann ich nur, wenn ich spiele. Computerspiele. Von außen betrachtet, sieht es aus, wie eine riesige Zeitverschwendung. Letztendlich kann aber eine Stunde „Skyrim“ genauso erholsam sein, wie ein Zehn-Kilometer-Lauf. Das ist übrigens meine andere Form der Entspannung. Ähm, ja.

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Wochenende. Eishockey-Playoffs. Klatschpappenduseliges Mitgezittere. Wobei meine größte Angst ist, dem Team kein Glück zu bringen.

War was? – 03.02.2017

„Die Nacht ist dunkel und voller Schrecken.“

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Streune durch die Gänge und lese auf einem Zettel an der Wand vor dem Kopierer immer wieder „Klopapier“ statt „Kopierpapier“ wenn ich dort vorbeikomme.
Aber irgendwann lässt jeder Witz mal nach. Am Anfang musste ich noch über mich selbst schmunzeln, aber nach zwei, drei Tagen langweilte ich mich schon wieder darüber. Und doch passiert mir das immer wieder.

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Ich hatte noch nie Angst vor Fremden. Nur vor mir selbst.

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Wenn einem etwas egal zu sein scheint, ist es einem dann auch egal? Oder besteht nur die Vermutung, dass es egal sein könnte, weil gerade Anderes im Rampenlicht der Gedanken steht und man gar nicht so viel Energie übrig hat, um etwas näher zu beleuchten, so dass es einem egal erscheint? Manchmal rudert man im Kreis.

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So viele Dinge, die aus diesen oder jenen Gründen nicht gesagt werden. Irgendwann wird der Tag kommen, an dem man bereut, es nicht getan zu haben. Und bereut, sein Leben lang mit einer Waage herumgerannt zu sein, um abzuwägen, was gut und richtig sein könnte, nicht wirklich wissend, was gut und richtig ist.

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Sollte ich dich niemals küssen, werde ich es immer bereuen.

War was? – 04.11.2016

Würde gern schreiben können wie. Da hört es dann aber schon wieder auf.

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Wäre ich irgendein bekannter Mensch, der irgendwo vor Menschenmassen auftreten müsste, um seinen kargen Lebensunterhalt zu verdienen, würde ich mit diesem Song auflaufen. Das ist meine Gänsehauthymne, die macht mich stark und immun, die gibt mir Kraft, auch wenn ich S-Bahn fahren muss.

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Eine Depression als Laune der Natur zu sehen, ist vielleicht ein wenig blauäugig, aber wie soll man so etwas überhaupt verstehen? Erklären? Kann man nicht. Man kann aber viel über sich lernen, wenn man noch ein bisschen Offenheit übrig und sich nicht so fest eingeigelt hat, dass Umwelt ohnehin nur noch etwas ist, das nebenher und sehr weit weg von einem selbst stattfindet. Jetzt, da dieses Kapitel scheinbar zuende geschrieben ist, weiß ich sehr viel über mich, was mir vorher nicht bewusst war. Und, hilfts? Nun ja, meistens. Ich kann nun auch über mich schmunzeln.

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Bin nicht nur dünner geworden, auch härter.

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Ich wollte so viele Serien nachschauen und komme nicht dazu, weil ich Twitch inzwischen unterhaltsamer finde. Schräg.

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Harry Potter und das verwunschene Kind – seit langem mal wieder etwas mit Spannung (der eigenen) gelesen. Wow.

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Muss jetzt eine Steuererklärung machen. Kann nicht mehr schreiben. Argh.

Am Meer

Lag am Meer, mitten im Sand. Vor allem mittags, wenn der Sand sehr heiß wurde. Das war, als hätte mir jemand einen Sack heiße Steine auf den Rücken gepackt. Sehr schön. Danach im Meer kurz abkühlen, wieder hinlegen.

Mit den Jungs zum Kind geworden. Yeah!

Laufen, fast bei Sonnenaufgang. Immer weniger schnaufend neue Kilometerrekorde aufgestellt. Letztes Jahr konnte ich nach 500 Metern Spaziergang kaum noch atmen und wollte sterben. Dieses Jahr sage ich nach sieben Kilometern lockerem Laufen: Darfs ein bisschen mehr sein? Geiles Gefühl, die Depression ärgert sich.

Die Liebe verstehe ich immer noch nicht. Und niemand kann sie mir erklären.

Angefangen, aus welchem idiotischen Grund auch immer, „Grey“ zu lesen. Jemand hat es mir auf den Kindle gepackt. Schrecklich. Handwerklich und inhaltlich. Und ich meine damit nicht, dass ich Dominanz und sadomasochistische Beziehungen ablehne. Aber dieses Buch trieft nur so vor Klischees und schlechter Schreibe, ein Wunder, dass ich es überhaupt bis zur Hälfte geschafft habe. Selten so viel Zeit mit Müll verschwendet. Später wieder zu Bukowski gegriffen und mich sehr erleichtert gefühlt.

Einem Freund über die Schulter geschaut, während er eine Dating-App bediente. Schlimm. Diese Abgründe. Ich würde sterben, in dieser Welt. Natürlich, es ist nicht alles schlecht und für viele bedeuten Parship und Co. sicherlich auch Hoffnung, aber diese Abgründe, die sich beim Betrachten des Tuns der Menschen im virtuellen Weltall auftaten. Nichts für romantiker wie mich. Aber was weiß ich schon von der Liebe.

Ich sollte wieder mehr schreiben. Ist doch egal, wer es liest. Hauptsache, es ist raus aus dem Kopf.

War was? – 17.06.2016

Du merkst, dass du alt wirst, wenn einer deiner neuen Kollegen 16 Jahre jünger als du, aber nur 9 Jahre älter als dein erstes Kind ist. Verdammt.

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Da kann man wohl nichts machen.

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Ich habe letztes Jahr lange überlegt, mir ein MacBook zu kaufen. Die Verarbeitung, das Design, die Verpackung, das Betriebssystem, von allem hat mich die scheinende und strahlende Werbung überzeugen können. Ich stellte mir also ein Modell zusammen, das super zu mir passen würde. Ein bisschen zu viel von Diesem, ein wenig zu viel von Jenem, wie man das so macht, wenn man den Bezug zur Realtität verliert, bei all dem schönen Bling Bling, das einen da vom Bildschirm anstrahlt. Gekauft habe ich mir ein Lenovo-Notebook mit Windows 10. Ein billige Kopie eines MacBook, nicht ganz so super verarbeitet, nicht ganz so toll verpackt und mit einem miserablen Betriebssystem. Aber für den Preis eines Apfelgerätes hätte ich mir drei dieser Imitate kaufen können und leider bin ich manchmal ein vernünftiger Mensch. Ich bereue das bis heute.

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Tipprunde.

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Ich spiele wieder: Hearthstone, Clash Royale, Spelunky. Wenn ich könnte, würde ich den ganzen Tag nichts anderes tun, als spielen und alles über diese Spiele lesen, schauen, verstehen.

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Nerd.

War was? – 04.05.2016

Irgendwas mit Vollnarkose. Das Beste daran: Man schläft einfach ein. Ohne einen Gedanken an irgendwas. Man schaut an die Decke und schwupps, ist man weg. Einfach so. Nur sollte man noch an den Nebenwirkungen arbeiten: Schon lange nicht mehr so einen schlimmen Kater gehabt. Aber irgendeinen Haken müssen diese Drogengeschichten haben.

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Ich werde wieder fliegen. Aber garantiert nicht auf die Fresse.

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Mai. Jemand feiert seinen Geburtstag, irgendwas mit 40. Wir werden alt. In der Nacht läuft ein Konzert von Depeche Mode, 2015 in Berlin. Alte Männer, die so tun, als wären sie Dave, Martin und Andy. Und noch ein paar andere Typen. Alle überhaupt nicht cool, nur alt und ausgezehrt. Sie haben sich geschminkt, wahrscheinlich um von ihrem elenden Anblick abzulenken. Haben ja auch viel durchgemacht. Wahrscheinlich stehen sie deshalb immer noch auf der Bühne, statt am Pool zu liegen und Fliegen zu zählen. Weil das ihr Leben ist.

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Unser Hund heißt „Die, die immer lacht“. Der beste Therapiehund aller Zeiten.

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Immer wenn ich versuche, an alte Zeiten anzuknüpfen, alte Texten zu überarbeiten, besser zu machen oder anders, dem Jetzt und Hier anzupassen, lande ich in dieser dunklen, melancholischen Ecke und in einer Schreibblockade, die jetzt schon Jahre anhält. Hast du was zu sagen und wenn ja, was? Warum fühlt es sich so dunkel an, so dumpf, ohne Hoffnung und doch nicht verzweifelt, so, als würde ein 11jähriger ein Gedicht aufsagen, das ihn nicht interessiert, das er nicht versteht? Schreiben ist keine Therapie, Schreiben ist der Abgrund.

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Ein bisschen zu hart geworden, bisweilen. Und ausgezehrt.