War was? – 04.05.2016

Irgendwas mit Vollnarkose. Das Beste daran: Man schläft einfach ein. Ohne einen Gedanken an irgendwas. Man schaut an die Decke und schwupps, ist man weg. Einfach so. Nur sollte man noch an den Nebenwirkungen arbeiten: Schon lange nicht mehr so einen schlimmen Kater gehabt. Aber irgendeinen Haken müssen diese Drogengeschichten haben.

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Ich werde wieder fliegen. Aber garantiert nicht auf die Fresse.

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Mai. Jemand feiert seinen Geburtstag, irgendwas mit 40. Wir werden alt. In der Nacht läuft ein Konzert von Depeche Mode, 2015 in Berlin. Alte Männer, die so tun, als wären sie Dave, Martin und Andy. Und noch ein paar andere Typen. Alle überhaupt nicht cool, nur alt und ausgezehrt. Sie haben sich geschminkt, wahrscheinlich um von ihrem elenden Anblick abzulenken. Haben ja auch viel durchgemacht. Wahrscheinlich stehen sie deshalb immer noch auf der Bühne, statt am Pool zu liegen und Fliegen zu zählen. Weil das ihr Leben ist.

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Unser Hund heißt „Die, die immer lacht“. Der beste Therapiehund aller Zeiten.

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Immer wenn ich versuche, an alte Zeiten anzuknüpfen, alte Texten zu überarbeiten, besser zu machen oder anders, dem Jetzt und Hier anzupassen, lande ich in dieser dunklen, melancholischen Ecke und in einer Schreibblockade, die jetzt schon Jahre anhält. Hast du was zu sagen und wenn ja, was? Warum fühlt es sich so dunkel an, so dumpf, ohne Hoffnung und doch nicht verzweifelt, so, als würde ein 11jähriger ein Gedicht aufsagen, das ihn nicht interessiert, das er nicht versteht? Schreiben ist keine Therapie, Schreiben ist der Abgrund.

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Ein bisschen zu hart geworden, bisweilen. Und ausgezehrt.

War was? – 19.04.2016

Zuletzt war etwas irgendwann im November 2015. Danach war alles, nun ja, schwer. Insgesamt bin ich jetzt bei rund zwei schweren Jahren, ich denke, das reicht.

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Am Bahnhof Ostkreuz gestanden und Musik gehört. Den Track zur Playlist mit meinen Lieblingssongs hinzufügen wollen, gemerkt, dass er schon in der Liste ist, gelächelt.

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Dauerkarte gekauft, für die Eisbären. Seitdem ich regelmäßig zum Eishockey gehe, sehe ich viele Fußballer mit ganz anderen Augen. Wie sich der eine oder andere theatralisch auf dem Rasen wälzt, um ein paar Minuten später wie ein junges Fohlen über den Platz zu hüpfen, so etwas sieht man bei Eishockey nicht. Dafür sieht man pubertäre Jungs, die sich dauernd ihren Adrenalinspiegel um die Ohren hauen, bis sie bluten. Yeah!

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In den letzten Monaten viel über mich gelernt. So weiß ich jetzt zum Beispiel, dass ich ein hoffnungslos romantischer und idealistischer Kuschelteddy bin, der bereit ist, für diesen einen richtigen Menschen Berge und andere Hindernisse zu versetzen und sich dabei selbst zu vergessen. Das ist schön für andere, ungesund für mich.

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Ich bin jetzt weniger und doch mehr. Und spreche am liebsten in Rätseln.

Schreiben?

Früher war alles. Vielleicht auch besser. Früher habe ich mal geschrieben. Und im Prinzip ist das ganz einfach: Textfile erstellen, schreiben, fertig. Oder: Notizblock zücken, Stift schwingen, fertig. Easy. Doch was kommt dabei heraus? Was bewegt es? Bewegt es überhaupt etwas, außer ein paar Fingern, den Augen und drei Millionen Gehirnwindungen? Ist es am Ende nur ein Gehirnfurz, ein leises, laues, stinkendes Lüftchen, das untergeht im Proteststurm der laut vor sich hin Schreienden?

Ich kann Twitter im Moment nicht ertragen. Fast so schlimm wie Facebook. Alle wissen was. Natürlich nur so ein bisschen von allem, aber immerhin genug, um wenig Platz für alles andere zu lassen. Checkste nich wa? Flüchtlinge sind die schlimmste Bedrohung seit immer! Du bist ein Nazi! Und du ein verachtenswerter Gutmensch, der die Augen vor dem Weltuntergang verschließt! Siehst du denn nicht die Streifen am Himmel, die alles und jeden manipulierenden Chemtrails, von Putinobamamerkelsweltuntergangsregierung? Und so weiter. Und alles mit Ausrufezeichen! Schreien! Laut!

Womöglich bin ich auch ungerecht. Aber so ist die Lage, wenn ich mein Notebook täglich aufklappe und lieber in den Tiefen eines Free-to-play-Strategiespiels versinke, als mich mit der großen weiten Welt zu beschäftigen. Es ist ja nicht so, dass ich keine Meinung habe. Doch wie soll sie die Welt besser machen? So vermessen kann ich gar nicht sein.

Minimalismus heißt meine Religion. Einen Gott habe ich allerdings nicht.

War was? – 10.11.15

Diagnosen. Ich hätte lieber im Lotto gewonnen, als eine Mykobakteriose aus dem Lostopf zu ziehen. Aber gut, man kann es sich oft nicht aussuchen.

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In meinem Kopf gibt es einen imaginären Zeitstrahl, auf dem alle meine Krankheitstage der letzten 18 Monate markiert sind. Es sind sehr viele, ein dickes Brett, wenn man so will, das erst einmal verdaut werden muss. Ich habe gelernt, dass es ziemlich ungesund ist, sehr lange krank zu sein. Man wird ängstlich. Inzwischen bin ich ein Angsthase. Situationen, Begegnungen, Diskussionen, Gefühle, alles Dinge, die ich mal mehr oder weniger gut im Griff hatte, können zu kaum zu bewältigenden Alpengipfeln mutieren. Mindestens, wenn nicht sogar Himalaja. Ein übervoller Supermarkt am verkaufsoffenen Sonntag, der nur aufgesucht werden muss, um Kleinigkeiten zu erledigen? Nein, danke. Ich muss weg. Eine Diskussion zu einem kontroversen Thema, bei dem meine Meinung in der Minderheit ist? Zittrige Hände, Schweißausbrüche, halbe Stunde auf dem Klo einschließen. Wieder versuchen, einem geregelten Büroalltag nachzugehen? Ihr findet mich in einer abgelegenen, dunklen Ecke, auf den Feierabend wartend.

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Und sie? Sie schaut mich an und muss nichts sagen, denn sie weiß genau, wie sich das anfühlt.

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Wenn Liebe und Freundschaft ein Netz bilden und man nicht ganz so tief fällt.

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Lieblingsbild:

playing with the kids

 

War was? – 14.10.2015

Echte Nerds vergrößern stündlich ihr Inselwissen, indem sie sich durch hunderte youtube-Beiträge zum Lieblingsthema graben. Und dabei ihre Umwelt vergessen.

Oder sie fragen ihre Nerd-Söhne.

„Papa, um clay zu bekommen, musst du cobblestone herstellen. Das machst du, in dem du dirt siebst und darin Steinbrocken findest. Aus vier Steinbrocken machst du einen Block cobblestone. Den musst du mit einem Hammer zu Kies, dann zu Sand, dann zu Staub machen. Den dust packst du dann in ein barrel mit Wasser und schon hast du clay. Aus drei clay kannst du einen bucket machen, den packst du in den Ofen und schon kannst du Wasser transportieren.“

Minecraft. Skyfactory. Wahnsinn.

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Yo.

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Ich lese die BILD auch ohne Adblocker nicht.

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Die Straße entlang. War das von Borchert oder eher etwas von Tolkien? Borchert drückte mir mein Deutschlehrer auf, am Ende hatte ich ein Gefühl dafür, was Depressionen sein könnten. Dann las ich Tolkien. Und zwar alles, was es in deutscher Sprache dazu gibt. Siehe oben: Nerd. Das Silmarillion musste ich mindestens fünf Mal lesen, bevor ich verstand, was Tolkien von mir wollte. Borchert lehnte ich schon nach drei Sätzen ab. Warum das so ist? Geschmackssache. Verständnis. Die Verdrahtung im Hirn. Ich mag auch Kafka, Benn und Bukowski. Untergangsliteratur, immer so ein bisschen verstörend. Ich habe mal meiner Frau vorgeworfen, dass ich mich nicht mit ihr über Kafka unterhalten könne, was mich intellektuell unbefriedigt hinterlasse. Blödsinn. Ich will das auch gar nicht. Ich will nur lesen und mich dann darin suhlen. Ganz für mich alleine. Reden ist Silber, sich einsam in Literatur suhlen Gold. Man muss Meinungen auch mal ignorieren können. Vielleicht habe ich deswegen das Literarische Quartett nie verstanden. Und irgendein Feuilleton sowieso nicht. Eventuell bin ich auch einfach nur ignorant. Das sind so die Gedanken, die ich habe. Wenn ich mit dem Hund die Straße entlang gehe. Ein wenig Meditation.

War was? – 07.10.2015

Ich rege mich zunehmend über Dinge auf, so dass ich kurz überlegt habe, mir regelmäßig einen ordentlichen Schluck aus einer Flasche Baldrian, die man mir mal zum Scherz schenkte, zu nehmen. Ich rege mich zum Beispiel, innerlich, über Menschen auf, die selbstverständlich „der Blog“ sagen, statt „das Blog“. Sicherlich ist das unnötig, aber eine innere Stimme sagt mir, dass dies vielleicht nur der Anfang sei.

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Ich habe mir vorgenommen, dass ich jedes Mal, wenn mir ein besorgter Bürger seine einseitig mit Halbwahrheiten unterfütterteten Sorgen an die Backe labert, zu fragen, wovor sie oder er eigentlich Angst hat. Nicht dass ich glaube, besorgten Bürgern damit ihre Sorgen zu nehmen, sie quasi zu entsorgen, aber womöglich pflanzt es einen… Ach nee. Ich will nur trollen.

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Woran ich meinen eigenen mentalen Verfall erkenne? Dieses Safe-Harbor-Dingens, es wäre früher nicht so mir-nichts-dir-nichts an mir vorbeigerauscht, ohne auch nur das geringste Gefühl von „Aha!“ auszulösen.

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Überlebenstechniken in der Minecraft-Welt lernen. Dabei Tipps der Jungs mit Youtube-Videos verknüpfen. How to survive and thrive in minecraft.

War was? – 02.10.2015

Fritz-Box ist, wenn dein Smartphone dir sagt, dass dein Festnetz-Telefon klingelt. Sie kennen doch noch diese Festnetz-Telefonie, oder? Aber rufen Sie mich bloß nicht an, ich schreibe lieber.

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„Guten Tag, darf ich bei Ihnen einen Minecraft-PE-Server für bis zu zehn Personen hosten? Das wäre wirklich nett.“

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Es ist nicht immer alles so schlecht, wie es sich anfühlt.

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Wie können Sie ein Leben ohne Passwortmanager führen?

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Der beste Podcast, den ich jemals gehört habe: Wrint – Sven Menckes Kopfsache.

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Ich sollte mich öfter physiotherapieren lassen. Wie angenehm schmerzhaft so eine Massage sein kann. Hui.

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Was, wenn ich nur noch in Tweet-Länge bloggen kann? Sollte ich dann lieber twittern?