dauerregen

freitag abend hat es übrigens geregnet. kurz habe ich noch draußen gesessen und „game of thrones“ auf dem kindle geschaut, doch dann tröpfelte es ein wenig, bis jemand von ganz weit oben den hahn aufdrehte und der regen strömte.

samstag regnete es. wir haben gerade noch ein wenig im garten herumgetollt, den besuch des sommers genossen, dann zogen wolken auf, diese schwarzen, bedrohlichen, die dich zu erdrücken drohen, und es regnete und donnerte und blitzte, als ginge die welt unter. in einem see aus regenwasser.

sonntag früh regnete es. gerade fuhren wir mit dem auto in richtung hauptbahnhof, als ein wolkenbruch monsunartigen ausmaßes über uns hereinbrach, man konnte kaum aus den fenstern schauen, die welt bestand nur aus wasser und wind und wasser. regenmassen ergossen sich auf das glasdach des hauptbahnhofs, es rauschte, windete, strömte und die menschen schauten ängstlich, als ginge die welt in kürze unter.

seit montag abend regnet es. vor der tür, auf der wiese, auf den straßen riesige pfützen in denen die regentropfen blasen werfen, alles ist nass und wird nass, sobald man das haus verlässt. kein schirm ist groß genug und keine outdoor-kleidung mehr dicht, fußwege und straßen sind überschwemmt, unwetterwarnungen erscheinen stündlich auf smartphonedisplays, heute regen, morgen regen, übermorgen regen. wenn es so weiter geht, werden es keine ausflugsdampfer mehr sein, die an der anlegestelle vor der tür touristen zum sightseeing aufs schiff einladen, es wird noah mit seiner arche sein, der dort anlegt, um jeweils einen unserer art vor dem untergang zu retten.

auch nur ne nacht in berlin

früher habe ich mich für einen melancholiker gehalten, bis mir das leben etwas anderes beibrachte. aber egal, vieles ist überwunden. meistens.

nachts an der spree, ein bisschen was getrunken und das gefühl, das mich sonst in solchen zeiten überwältigt – schade, dass die welt irgendwann untergehen wird. vielleicht schon jetzt gleich. also weine schon mal. – stellt sich nicht ein.

dafür räubern wir uns auf ein sommerfest einer eigentümergemeinschaft, kein berliner dabei und die musik ist auch ziemlich schlecht. aber es gibt bier.

am „kater blau“ vorbei. das leben ist zu kurz für lange schlangen, an gehypten clubs, in gehypten städten. „süß war gestern“ reicht eigentlich, die getränke sind okay. wir sind ganz schön alt.

„keine schönen frauen hier“ sagt er zu mir und wahrscheinlich hat er recht. älter werdende herren sind anspruchsvoll oder haben resigniert. die meisten hier haben nicht einmal schöne schuhe an. einige rauchen. haben wir uns auch schon abgewöhnt.

bunte lichter an der decke, bass pumpt, das herz geht, wir auch. nächtlicher döner, fahrt durch die sommerliche stadt, der morgen graut, gänsehaut, wir können alles, denn wir leben in berlin.

5×5 km teamstaffel

teilgenommen.

es war heiß, es war voll, es war staubig und es hat spaß gemacht. was auch nicht weiter verwundert, denn laufen ist eines der wenigen dinge, die mich jederzeit bei laune halten können.

gut, der zirkus drumherum. nun ja. ich mag keine menschenansammlungen. und das war auch schon vor diversen terrordingens so. ich bin eben gerne alleine. dann staubt es auch nicht so, wie gestern im tiergarten. auch diese menschen, die lossprinten, als gebe es kein morgen, um nach fünfhundert metern festzustellen, dass es um fitness ihre auch nicht so rosig steht. und dann überholt man sie festen schrittes, während sie keuchen und prusten.

so ist sie, die arroganz der fitten.

allerdings: die trommler waren schon nett. haben mich zum lächeln gebracht.

und ein bierproduzent sponsorierte alkoholfreies bier. um die eingestaubte kehle wieder frei von schmutz spülen zu können. nett.

menschen kennengelernt. freundliche, nette, zumeist. das ist doch auch mal was.

an der bar

wenn die bar zur heimat wird:

damals, als ich noch jung war, lehnte ich bar- und kneipenbesuche ab. aus gründen, die mir heute nicht mehr einfallen möchten. wahrscheinlich war es einfach auch nur unwissenheit.

seit fast 2 jahren besuche ich wöchentlich eine art therapiegruppe, deren erklärtes ziel es ist, die schmerzen des erwachsenen alltagslebens an einem tag in der woche in einer kleinen kiezkneipe in bier und kirschlikör zu ertränken und dabei unsinn zu labern. funktioniert super und hat mir zudem einen entscheidenden vorzug von kneipen- und barbesuchen klar gemacht: man ist niemals allein.

komme ich nun in die verlegenheit, eine mir nicht ganz so bekannte stadt besuchen zu müssen und habe dabei den nachteil, dieses erlebnis mit niemandem anderes als mir selbst teilen zu dürfen, erkenne ich inzwischen genau die orte, die mir in der fremde eine art heimat geben können: kneipen und bars. denn am ende sind die überall auf der welt gleich: es gibt einen tresen, mindestens einen menschen, der dahinter steht und getränke ausgibt, und andere nicht mehr ganz so einsame seelen, die alle das gleiche tun: ihr einsamkeit in bier ertrinken. oder so.