War was? – XVII

Ich beobachte #Kind2 beim Training. Man scherzt auf dem Platz, scheint auch Spaß zu haben. Zum Schluss wird der „Elfer-König“ gesucht. Der Trainer versucht, die Jungs zur typischen cristianoronaldoartigen Pose bei Freistößen zu animieren. #Kind2 ist dran, schnappt sich den Ball, stellt sich hin, sagt „Ich hasse Cristiano Ronaldo.“, spuckt kurz aus, ein Schritt, Tor. Cool.

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Singende Ziegen fürs Wochenende.

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Heartbleed. Klingt tragisch, ist auch so. Weil er einem vor Augen führt, bei wie vielen Diensten man angemeldet ist, die man noch nicht einmal eine halbe Stunde benutzt hat, denen man aber eine Mailadresse und ein Passwort in die Hand gab, die man ganz sicher auch bei anderen verwendet. Und nun hat man den Salat. Passwörter ändern (und alle so: Yeah!, weil wir dabei so unheimlich kreativ sind) und sich bei Diensten abmelden, was auch teilweise schwierig ist, wenn die das gar nicht vorsehen.

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Was dazu passend noch aufzuschreiben wäre: Rechercheergebnisse zu den Diensten, von denen man sich offensichtlich gar nicht oder nur mit Mühe abmelden kann; Wie exportiere ich meine Lastpass-Passwörter nach KeePass? etc.

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Puzzle and Dragons. Und wieder eine neue Geheimwissenschaft.

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Seht euch „Jung & Naiv“ an und bildet euch eine Meinung. Seht euch „Jung & Naiv“ an und bildet euch eine Meinung. Seht euch „Jung & Naiv“ an und bildet euch eine Meinung. Seht euch „Jung & Naiv“ an und bildet euch eine Meinung. Seht euch „Jung & Naiv“ an und bildet euch eine Meinung. Seht euch „Jung & Naiv“ an und bildet euch eine Meinung. Seht euch „Jung & Naiv“ an und bildet euch eine Meinung. Seht euch „Jung & Naiv“ an und bildet euch eine Meinung. Seht euch „Jung & Naiv“ an und bildet euch eine Meinung. Seht euch „Jung & Naiv“ an und bildet euch eine Meinung.

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Ja?!

Fragen, die sich keiner stellt: unterlastet

tl;dr: Das Gegenteil von Überlastung ist Überlastung, weil permanente Unterforderung irgendwann zur Belastung wird.

überlastet – Bedeutung laut Duden: von zu vielen Pflichten oder Aufgaben belastet.

Was ist aber, wenn man nicht überlastet, nicht ausgelastet ist? In welcher Form auch immer. Ist man dann unterlastet?

Das Wort unterlastet scheint in der deutschen Sprache nicht vorzukommen, es ist nicht im Duden zu finden, den Googlesuchfight gewinnt überlastet mit über 500.000 Treffern vs. rund 13.000 Treffern für unterlastet.

In der täglichen Umgangssprache spricht man auch gar nicht von Unterlastung, sondern beschreibt das Gegenteil von Überlastung meist als nicht ausgelastet sein.

Warum kann man aber – rein sprachlich – nicht unterlastet sein? Weil das Gegenteil zu vieler Pflichten oder Aufgaben zu wenige Pflichten oder Aufgaben sind, ein Zustand, der – aus eigener Erfahrung – am Ende auch zu einer Belastung werden kann. Und damit auch zu einer Überlastung.

Eine Welle machen

Der Ausspruch „Mach doch mal hier nich sone Welle, ey!“ lag mir auf der Zunge, ist aber natürlich nicht wissenschaftlich genug und fehl am Platz.

Erst kürzlich in WRINT erwähnt, heute möglicherweise Realität: Die Gravitationswelle. Zumindest Spuren davon:

In winzigen Unregelmäßigkeiten in dieser Strahlung wollen die Bicep2-Forscher Signale sogenannter Gravitationswellen entdeckt haben. Das sind Energiewellen, die aus der schnellen Bewegung von Masse entstehen. Laut der Einstein’schen Allgemeinen Relativitätstheorie verbiegt jede Masse Raum und Zeit, weshalb bewegte Masse die Raumzeit in Vibrationen versetzt, so wie ein geworfener Stein Kräusel auf einem See erzeugt.(sz)

Könnte also Spuren von Gravitationswellen enthalten. Ob das so ist, wer weiß das schon. Und wer versteht das überhaupt?

Bei den Gravitationswellen handelt es sich um Fluktuationen im metrischen Tensor. Aufgrund der zwei Indizes handelt es sich beim Graviton um ein Spin-2-Feld. Die Gravitationsstrahlung ist in niedrigster Ordnung eine Quadrupolstrahlung.(wikipedia)

Genau, so hatte ich mir das vorgestellt. Oder: Der Urknall als Bassbox und der bummernde Bass als Gravitationswelle, die alles um sich herum in rhythmische Bewegungen versetzt. Bum bum bum. Nur viel schneller als der Schall, so schnell wie das Licht.

Kann ich das so den Kindern erklären? Werden sie sich dann so freuen wie Standford Professor Andrej Linde?

via kottke.org

Ich weiß es nicht. Vielleicht frag ich mal Joachim Bublath?

War was in 2012?

Jahresrückschau-au-au-au.

Leben

Ein normales Jahr. Kein überschwängliches Jahr, keine Hochzeiten, drei Geburten (natürlich nicht mehr bei uns), zwei davon unter dem Durchschnitt, eine darüber, dem Trend entsprechend. Ja, es ist nicht einfach mit Kindern, aber nein, es ist nicht unmöglich. Würde man aus „irgendwas ist immer“ mehr „irgendwas geht immer“ machen, wäre vieles einfacher. Aber was weiß ich denn schon. Hab ja kaum Zeit zum Denken, mit den drei anspruchsvollen Sprösslingen. Man stößt an seine Grenzen und am nächsten Tag sind sie weg, wenn man will, die Erkenntnis des Jahres. Ein paar Trennungen, Wiederentdeckungen, zu wenig Zeit für alles, ein heißer Urlaub, mehrmals Ostsee, was will man mehr? Ein normales Jahr, wie fast alle geraden Jahre.

Fußball

Ich wollte mal Fan werden. Das ist auf Eis gelegt, letztlich bin ich nur Fan der Jungs und des Spiels. Früher spielte ich Handball und Basketball, nie Fußball, und doch ist der in der Wahrnehmung übrig geblieben. Wegen? Weiß ich auch nicht. Weil es so viele Anhänger gibt und die viel darüber reden? Weil Fußball allgegenwärtig ist? Weil es so großartig taktische und athletische Elemente miteinander verbindet? Ich. Weiß. Es. Nicht. Und trotzdem stehe ich am Spielfeldrand, weiß (zumindest im Jugendfußball), was als nächstes passieren wird, welcher Pass ins Leere laufen oder in den Lauf eines Stürmers gespielt wird, welche Flanke vielversprechend, welche Mannschaft besser ist und warum sie trotzdem verlieren wird.

Dafür brauche ich keinen Verein, dem ich anhänge, ich brauche nur das Spiel. Natürlich gibt es Sympathien: Barcelona, wegen der Schönheit, die Bayern, wegen des Erfolgs und der Tragik des wiederum verlorenen Finales, nicht wegen der unsympathischen Funktionäre,  die Hertha, wegen der Stadt, wegen der Nähe, wegen zweier Relegationsspiele, von denen das letztere einen Verein namens Fortuna Düsseldorf für immer und ewig von meiner Sympathieliste strich, gefühlsmäßig auch Hannover 96, die mich dazu verleiteten, ab und zu donnerstags bei Kabel1 reinzuschauen und zu sehen, was Fußball doch für gute Arbeit sein kann. Echte Fans eines einzigen Vereins werden das natürlich nicht verstehen können, ist mir aber Wurscht.

Ich liebe das Spiel viel zu sehr, um mich so weit einschränken zu wollen.

Spieler des Jahres: David Alaba und Marco Reus.

Blog

Keine Zeit für nichts.

Viel gedacht, wenig geschrieben, Twitter ist mein wahres Blog, bis Twitter irgendwann unmöglich wird und die Karawane weiter zieht. Und sie ist schon immer weiter gezogen. Teh blog is my castle und wenn es nur Linkverteiler, Zitaterundschau via Quote.fm, mein Lieblingsdienst des Jahres, Papierkorb für alles ist. Immerhin ist es meins.

Lieblingsblogs: Trainer Baade, Burnster, DasNufHeinz Kamke, Superlevel, Wirres und was ist eigentlich mit dem Freitagsspiel?

Bloggerfreunde habe ich nicht. Mehr. Kommentare sind wohl überflüssig geworden. Wie Tageszeitungen. Oder Fernsehsendungen nach Sendeplan. In etwa so:

Weit entfernt von Premium.

Für 2013 wünsche ich mir einen robotischen Sklaven, der meine Sammelleidenschaft unterstützt und sämtliche Pinboard und Quote.fm-Links automatisch einsammelt, hübsch aufbereitet und ganz von allein postet, so dass ich die ganzen anderen Dinge erledigen kann, die ich schon immer erledigen wollte. Oder so.

Und: Mein Jahr mit Twitter.

Und sonst?

Traurig: Gerade mal ein Buch und ein halbes gelesen. Gesungen wurde „Das Lied von Eis und Feuer„, der Epos, in dem Männer sich noch nehmen, was Männer sich nehmen müssen und Frauen ihnen geben, was sie verdienen, gerne mal auch den Tod. Der Epos, in dem Sturheit bestraft wird und manchmal auch nicht, in dem man mit Diplomatie weit kommt und manchmal auch nicht, in dem gemordet, gehurt, gefressen wird und Zombies gibt es auch.

Die Entdeckung des Hörbuchs. Ein Buch und ein halbes gelesen, dafür aber acht gehört. Und nächstes Jahr dann: Podcasts.

Spiel des Jahres: Torchlight 2 (sagt Steam).

CD des Jahres: CD-Player ist kaputt.

Kinofilm des Jahres: Men in Black 3 gesehen, Prometheus verpasst, vielleicht Der Hobbit?

Für 2013 gilt dann wohl am Ende der gleiche Vorsatz, wie für 2012.

Frohes Fest, guten Rutsch, nächstes Jahr wieder.

 

 

 

War was? – VII

Die dicke Frau im Supermarkt, diese unglaublich dicke Frau im Supermarkt, die allerdings nicht wegen ihres stark an der Erdanziehungskraft leidenden Fettpolsters am Bauch, das fast bis zu den Knien herab hing, auffiel, sondern vor allem wegen ihrer fehlenden Zähne, der unglaublich unglaublichen Frisur, die eigentlich gar keine Frisur war, sondern vielmehr ein Krähennest aus mausgrauem Stroh, und vor allem wegen – und jetzt kommt es – der Aufschrift  auf ihrem abgetragenen T-Shirt, das sie über ihrem Leib trug, auffiel: Todesstrafe für Kinderschänder. Es war gar nicht die Fülle der Frau, die mich (und andere) abschreckte, ihr Erscheinungsbild, wie sie mit ihrer Tochter sprach, die fast wie ein Kopie von ihr aussah, nur ein wenig jünger, körperlich noch nicht ganz so kaputt und mit blond gefärbtem Haar und violetten Strähnchen, es war dieses T-Shirt, mit dieser Aufschrift, die mich abschreckte, und der Gedanke, dass es Menschen mit diesem Gedankengut sind, die hier tatsächlich noch wählen gehen, während der Rest in Politikerverdrossenheit versumpft und das Feld Menschen wie dieser Frau überlässt.

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Unheimliche Amazon-Empfehlungen. Man schaut sich einen Gegenstand im digitalen Kaufhaus an, von dem man meint, man können ihn gebrauchen, meinetwegen sucht man nach einer Pfanne, weil die, die man zuletzt bei Ikea kaufte, zuerst ihre Beschichtung und dann auch noch ihren Griff verlor, man sucht also nach allen mögliche Pfannen, gusseiserne Pfannen, Pfannen aus Edelstahl, Pfannen mit Teflon oder Keramik beschichtet und wenn man in das Bewertungsuniversum eintaucht, kommt man zu dem Schluss, dass hier dunkle Magie am Werke sein muss oder höhere Wissenschaften, dass man ein Studium der Pfannenkunde abgeschlossen haben muss, um das richtige Modell auswählen zu können und weil der Bewertungs- und Besserwisserdschungel so undurchdringbar erscheint, geht man dann eben doch wieder zu Ikea, kauft sich das bekannte Modell, von dem man weiß, dass es funktioniert und in spätestens zwei Jahren ersetzt werden muss, weil Beschichtung und Griff flöten gehen werden. Und man weiß, dass man genau so lange von Amazon mit Werbung für Pfannen aller Art behelligt wird, denn woher sollen die auch wissen, wie man wirklich tickt?

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Ich lese seit Jahren nur noch Tageszeitungen, wenn ich sie geschenkt bekomme und da ich mich nur an höchstens drölf von dreihundertfünfundsechzig Tagen mit einem Flugzeug durch die Gegend bewege, ist das sehr selten. Eine Tageszeitung gekauft habe ich zuletzt vor zwei Jahren, vielleicht war ich ein wenig verzweifelt und wollte zur Beruhigung bedrucktes Papier in der Hand halten, vielleicht wollte ich nur noch einmal überprüfen, ob mir die Haptik nicht doch besser gefiele, als das ständige Herumgewische auf Telefonen oder so. Es fühlte sich allerdings nicht mehr gut an. Dass ein Großteil der Verlage für mein Empfinden Google die Schuld gibt, finde ich persönlich ungerecht. Das Konzept Tageszeitung ist für mich einfach nicht mehr attraktiv. Wobei das gar nicht stimmt. Ich bin ein Informationsjunkie und wer, wenn nicht gut und professionell produzierte Informationsprodukte, die regelmäßig erscheinen, sollte meinen Informationshunger erfolgreich stillen können? Doch das sind inzwischen viel mehr Blogs, die mich mit Beiträgen und Links zu Beiträgen versorgen, und Twitter, das ja nicht nur Joke- und Kurzmitteilungsabsonderungsportal, sondern auch wertvoller Linkverteiler ist. In dieser Fülle und auch Qualität kann kaum eines der Verlagsprodukte informieren, hier lernt man ja gerade erst einmal, Hinweise auf andere Seiten im Netz in Beiträgen zu verlinken. Nein, Google ist nicht Schuld am Dilemma der Tageszeitungen, sie sind es zum großen Teil selbst und ein Leistungsschutzrecht wird das auf jeden Fall nicht ändern.

War was? – VI

Kekse gebacken. Es geht wieder los. Aber, ich habe mich da raus gehalten. Und am Ende wird es trotzdem gut sein, so gut wie die Kekse, die sie nur buk, um mir zu gefallen, weswegen sie „Kulleraugen“ heißen.

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Irgendwann werden die Kinder heraus finden, dass ihre Eltern einmal in einer Zeit lebten, in der man in sogenannte Kaufhäuser oder Einkaufspassagen oder meinetwegen auch moderne shopping malls ging, um Weihnachtsgeschenke für die Lieben zu besorgen und sie werden lernen, wie verzweifelt ihre Eltern nach Parkplätzen suchten oder in überfüllten Bahnen fuhren, voller Menschen mit großen Einkaufstüten, werden lernen, wie ihre Eltern sich durchs Gedränge kämpften, vorbei an äußerst üppig und golden geschmückten Plastikweihnachtsbäumen, an Ständen, an denen handgemachte Engelchen aus Seiffen angeboten wurden, mit „Made in China“-Aufkleber an der Unterseite, und wie all das eingerahmt war in die sich ständig wiederholenden Rhythmen bekannter Weihnachstschmuselieder, vorgetragen vom lokalen Kinder- und Jugendchor e. V. Und vielleicht werden sie ihren Blick von ihrem ipad-Dingsda heben und kurz einmal die Stille der amazonen Einkaufswelt mit einem Gedanken aufhellen, der sie fragen lässt, wie es sich wohl angefühlt haben muss, damals, als real noch nicht virtuell war.

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Damals, als ich mal von einer Bloglesung sprach.

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Dem #Kind1 bei seinem Hobby zugeschaut, ein Fußballspiel. Der Gegner, aus Spandau, hoffnungslos unterlegen, aber mit gutem Torwart. Der hielt ein paar ordentlich Bälle, der Rest seiner Bande hatte wohl Blei an den Füßen. Schon seit längerem verfolge ich die Theorie, dass schwächere Teams ihren überlegenen Gegner herunter ziehen und sich somit Chancen erarbeiten können, wenn man eben nicht mehr jedem Ball ordentlich hinterher läuft oder nicht dort steht, wo man stehen sollte, weil man gerade in der Nase bohrte, weil ja sowieso kein Stürmer über das Mittelfeld hinaus kommt. So. Passierte aber nicht, man gewann 7:0 und #Kind1 steuerte einen sehenswerten Treffer bei: Sehr schön, so ein Samstag. Und: Kein Trainer schrie seine Kinder an, hört man ja auch nicht alle Tage.

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Passend dazu:

War was? – V

Eine Wochenende ohne Fußball. Keinen Platz besucht, niemanden angefeuert, keinem dubiosen höchstillegalen Internet-Stream zufällig über den Weg gelaufen, keine Sportschau, kein Sportstudio, ab und zu ein Blick auf Twitter, ansonsten draußen viel Nebel, sonst nichts. Drinnen Besuch, Apfelkuchen mit Haferflockenstreuseln und Gespräche, sowie ein bisschen Wut im Bauch, über DAS Generationenproblem, denn deine Eltern stammen natürlich immer aus einer anderen Zeit, so wie wir aus einer anderen Zeit stammen, wenn wir in Jahren samstags am Kaffeetisch eines der Kinder sitzen und womöglich aneinander vorbei reden werden.

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Mit einem Menschen gesprochen, der Wildschweine jagt. Unter anderem. Desweiteren auch Rehe. Was sagt die Leidenschaft für die Jagd über einen Menschen aus? Ist er ein gelangweilter Großstädter, der plötzlich den Ruf der Natur viel zu laut hört, sich sogleich und nachts auf einen Hochstand begibt und mit der Flinte einen jungen Keiler erlegt? Oder ein Waffennarr, der endlich mal seiner Leidenschaft außerhalb virtueller Welten oder Schießbudenfiguren frönen kann, ohne größeren Schaden anzurichten? (Also ein vernünftiger Narr.) Jemand der gerne Blut sieht und mit dem Horn liebliche Jägermelodien spielt? Wie hoch ist eigentlich die Männerquote unter Jägern? In Thüringen,  liest man zum Beispiel, sind nur 4% der Jäger Jägerinnen. So etwas hatte ich mir schon gedacht. Eine sehr maskuline Tätigkeit, das Jagen. Die Liebste jedenfalls rümpft nur die Nase und erinnert an Bambi. (Zweifelsohne ein Reh, kein Wildschwein, aber trotzdem.)

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Immer noch mittendrin, im Lied von Eis und Feuer. Natürlich schon viel weiter, als die zwei  Staffeln der Fernsehserie. Manchmal wünschte ich mir, der Epos sei ein Textadventure und ich könnte bestimmen, in welche Richtung der einer oder andere Charakter ginge, allerdings würden sie wohl unter meiner Hand weniger unverhersehbare Pfade einschlagen, alles wäre berechenbarer, am Ende stünde weniger Tod und viel mehr Leben, weniger Grau, mehr Schwarz und Weiß. Ob mir das gefiele? Wohl eher nicht. Also weiter im Text.

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Alex Alves.

War was? – IV

Hoch lebe der Mittagsschlaf.

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In der Kindheit ruhte ich in der Mittagszeit am liebsten in einer Hollywood-Schaukel im Garten meines Großvaters. Brandenburger Siesta, könnte man es nennen, allerdings: Besonders heiß war es nie. Aber es ging. Ab 25 Grad im Schatten durfte ich sogar im nahe liegenden See baden gehen, das waren dann zwei, drei Mal in der Woche. Vor der Hollywood-Schaukel hatte mein Großvater eine Vogeltränke gebaut, wobei gebaut natürlich ein wenig übertrieben ist, er hatte Beton gegossen, zu einer Acht geformt und den Rand höher  als die Mitte gezogen, so dass ein Kuhle entstand, in der sich das Wasser sammeln konnte. Regelmäßig füllten wir die Tränke auf. Einmal mit dem Besen herunter gefallene Kiefernnadeln entfernen, auch ein paar Algen, die sich am Boden der Tränke gebildet hatten, weg schrubben, neues Wasser mit dem Schlauch auffüllen und schon sammelten sich an warmen Tagen ein paar Spatzen, Meisen, ab und zu eine Amsel und wenn man ganz still war, kam ein Kleiber von einer der hohen Kiefern herunter gehüpft und gönnte sich ein kurzes Bad am Rande der Tränke. Während ich gleich daneben lag, ein wenig im Sommerwind schaukelnd und ruhend, in meiner Brandenburger Siesta.

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Melancholie am Dahme-Strand, zwischen Dolgenbrodt und Gussow.

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Ich halte „‚Halo‘ again“ für eine unglaublich bescheuerte Schlagzeile und muss dabei feststellen, dass mindestens 9.000 Prozent, wenn nicht sogar noch mehr, der täglichen Schlagzeilen, die zu konsumieren der moderne Informationsgesellschafter gezwungen ist, unglaublich bescheuert sind, wenn nicht sogar noch mehr.

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Bundesarchiv Bild 183-1990-0305-340, Berlin-Marzahn, Kaufhaus am Marzahner Tor

Alte Heimat. Ich war schon da, bevor das Ding gebaut wurde, habe die Bauarbeiter kommen und gehen sehen, bin in den halbfertigen Bauten herum geklettert, hab Blödsinn gemacht, später dann im „Warenhaus“ eingekauft und noch später im „Kaufhof“ meine erste „Bravo“ (6 DDR-Mark), bevor es dann wieder abgerissen wurde und jemand das „Eastgate“ hin zimmerte, war ich weg, lebe jetzt an einem besseren Ort und doch schaue ich manchmal herüber, zu den beiden Hochhäusern, den Zwillingstürmen und denke zurück, an alles.

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Wehmut, das bittersüße Geschenk des golden-grauen Herbstes.