Fragen, die sich keiner stellt: unterlastet

tl;dr: Das Gegenteil von Überlastung ist Überlastung, weil permanente Unterforderung irgendwann zur Belastung wird.

überlastet – Bedeutung laut Duden: von zu vielen Pflichten oder Aufgaben belastet.

Was ist aber, wenn man nicht überlastet, nicht ausgelastet ist? In welcher Form auch immer. Ist man dann unterlastet?

Das Wort unterlastet scheint in der deutschen Sprache nicht vorzukommen, es ist nicht im Duden zu finden, den Googlesuchfight gewinnt überlastet mit über 500.000 Treffern vs. rund 13.000 Treffern für unterlastet.

In der täglichen Umgangssprache spricht man auch gar nicht von Unterlastung, sondern beschreibt das Gegenteil von Überlastung meist als nicht ausgelastet sein.

Warum kann man aber – rein sprachlich – nicht unterlastet sein? Weil das Gegenteil zu vieler Pflichten oder Aufgaben zu wenige Pflichten oder Aufgaben sind, ein Zustand, der – aus eigener Erfahrung – am Ende auch zu einer Belastung werden kann. Und damit auch zu einer Überlastung.

Dan Brown – Sakrileg

Ich sitze (irgendwo) und lese Dan Brown, Sakrileg. Nicht ganz neu, aber Amazon war so frei, mir das vor Monaten kostenlos auf den Kindle zu schaufeln, gekauft hätte ich mir dieses Werk wohl eher nicht. Nicht, dass es mich nicht packte oder nicht unterhielt, nein, nein, es gab tatsächlich Momente, in denen ich mich gut unterhalten fühlte. Aber. Dieser Stoff, dieses Verschwörungsgedöns, dieses zum Teil langweilige Versteckspiel, hier noch ein Symbölchen, das auf verschiedenste Art fehlinterpretiert wird und dort noch ein Verslein, mit vierfacher Doppeldeutigkeit und hinter allem ein großer Plan, hinter dem noch ein Plan steht, der von einem noch viel größerem Planer ausgeheckt wurde, der alle Fäden in der Hand hält und am Ende, ja, am Ende, gewinnen doch die Marionetten. Komisch.

Und ich muss gestehen, dass mich dieses Gerede vom weiblichen Gegenstück zum Patriarchat der katholischen Kirche als Ungläubigen natürlich positiv interessierte, dieses ganze Stück Verschwörungsliteratur inzwischen allerdings so schnell ins rechte Licht gerückt werden kann (dank modernster Recherchetechnik innerhalb von drei Sekunden), dass es leider schnell langweilig, unspannend, gähnend langweilig wird und man Gefahr läuft, so wie ich, (irgendwo) sitzend einzuschlafen.

(Bemerkenswert: Mein erster elektronisch konsumierter Roman. Was mir gleich auffiel: Das Lesen elektronischer Bücher ist natürlich ganz anders, man blättert weniger hin und her, nutzt schneller mal den benachbarten Browser zum Faktencheck – was wiederum zu Spoilern führen kann – zum Ende hin gab es für mich keinen Unterschied mehr im Vergleich zum herkömmlichen Papier.)

Wie Furzkissen die Welt verändern könnten

Jeder Morgen sollte mit Kindern beginnen.

Das ist natürlich ein bisschen absurd. Denn ein Sonntagmorgen, der bereits um fünf nach sechs beginnt, weil eines der Kinder, meistens reicht ja schon eins,  der Meinung ist, dass das Konzept „Ausschlafen“ wirklich total überholt ist, so wie Schlaf an sich eine eher wenig nutzbringende Tätigkeit ist, denn was passiert schon im Schlaf und was passiert dagegen, wenn man eben nicht schläft, sondern bereits schon vor Sonnenaufgang durch das Haus reist und abenteuerlichste Ecken entdeckt?

Warum sollte also jeder Morgen mit Kindern beginnen, wo er am Ende doch auch schon zur Qual des gemeinen Erwachsenen mit Schlafbedürfnis beiträgt?

Besser: Jeder Morgen sollte mit Kindern, die ein Furzkissen haben, beginnen.

Denn wie will man sich dem praktisch nicht zu unterdrückenden Lachreflex entziehen, den man nicht einmal zu früher Morgenstunde mit ihrer kalten Dunkelheit ignorieren kann, wenn einem das unwiderstehliche Geräusch eines Megafurzes durch die Ohren weht? Egal wie müde du bist und egal wie sehr du dir gerade auf die Zunge gebissen hast, um nicht laut zu fluchen oder gar zu meckern,  weil der regelmäßige Schlafmangel inzwischen fast körperliche Schmerzen verursacht, du musst es ganz einfach: Lachen. Lachen. Lachen. Über jede Sorge, jeden Ärger erhaben: Lachen.

Und dann stellst du dir vor, die beiden amerikanischen Präsidentschaftskandidaten träfen sich zum Rededuell in einer Talkshow und beide setzten sich und ließen dabei zwei vorher deponierte Furzkissen laut und herzlich erklingen und schauten ganz kurz verdutzt und erschrocken in die Kamera und wären in diesem einen kurzen Moment gänzlich entwaffnet, einfach Mensch, weil unvorbereitet und spontan. Oder Markus Lanz. Wie würde der wohl schauen, erklänge in einer seiner zahlreichen Sendungen, die du dir nie anschaust, ein lauter Furz während er sich setzte oder meinetwegen auch Tom Hanks oder Hale Berry, wäre das nicht ein bisschen unterhaltsam? Würdest du dir das nicht anschauen wollen? Wie locker wären Kabinettssitzungen, Tarifverhandlungen, Pressekonferenzen, Jahreshauptversammlungen bei Anwesenheit eines Furzkissen?

Ja, jeder Morgen sollte mit Furzkissen beginnen. Und Kinder nehme ich dann auch dazu.

 

Der nächste Messi, oder so

Irgendwann im Januar 2012 wird ein gewisser Lionel Messi zum dritten Mal zum Weltfußballer des Jahres gewählt. Höchstwahrscheinlich. Die Kinder sind sich dessen jedenfalls sicher, denn er ist ihr Held. Wobei der Zehnjährige in diesem Zusammenhang ab und zu auch mal den Namen Cristiano Ronaldo erwähnt, aber na ja. Der Typ, die Frisur, überhaupt. Egal.

Wie solche Auszeichnungen ohnehin eher egal sind.

Aber, so die Kinder in ihrer kindlichen Weisheit, auch dieser Messi wird irgendwann einmal alt werden („So alt wie du, Papa.“), dann wird er sich nicht mehr in Lichtgeschwindigkeit durch Abwehrreihen dribbeln und Traumtore zaubern, ein anderer wird kommen, der besser ist als der Beste, also der neue Beste, der nächste Messi. Wenn man so will.

Und als quasi professioneller Sammler nutzlosen Wissens fühlte ich mich herausgefordert und befragte das große Google-Orakel nach diesem nächsten Messi und es schlug in seiner grenzenlosen Weisheit unter anderem folgende Messi-Nachfolger vor:

  • Diego Buonanotte
  • Érik Lamela
  • Gai Assulin
  • Gerard Deulofeu
  • Gonzalo Higuain
  • Javier Hernandez
  • Jean Marie Dongou
  • Juan Manuel Iturbe
  • JuanJose Vea Murguia
  • Mario Ballotelli
  • Mario Götze
  • Mateo Kovacic
  • Matias de Federico
  • Muhammed Demirci
  • Neymar
  • Ryo Miyaichi

(Alle Angaben natürlich ohne Gewähr. Siebenjährige, von Real Madrid verpflichtete, next Messis habe ich außen vor gelassen, das war mir am Ende doch zu albern.)

Nehmen Sie diese Liste und vergessen Sie sie. Vorerst. Denn irgendwann wird einer kommen, von denen Journalisten behaupten werden, er sei der nächste Messi, und wenn er auf dieser Liste stand, stand er auf dieser Liste. Oder so.