Multitaskingmüde

Hal Pashler, psychology professor at UC San Diego, points out that not all attempts at multitasking are equally draining. If you’re doing something on autopilot, such as the laundry, then it makes perfect sense to read a book at the same time. But attempting to do two challenging tasks at once will lead to a drain in productivity. “You can’t do two demanding, even simple tasks, in parallel,” he adds.

Neuroscientists say multitasking literally drains the energy reserves of your brain – Quartz

Love you. And you.

Selbstbild als verwirrter Streuner.

Der Hund neben mir, wir laufen um den See, in der Ferne Kräne, Baumaschinen rattern, tuckern, fauchen, Autos rasen über die Brücke, der stetige Strom gestresster Pendler: Morgens rein, abends wieder raus. Und wir bleiben drin.

„Hey!“ sagte ich, als ich neben dir an der Straßenbahnhaltestelle stand und dich bemerkte. Du hast mich nur komisch angeschaut. Ich kenne dich, sagte ich noch und wurde ein bisschen rot dabei. War es nicht in 2010 oder so, als wir uns zum letzten Mal gesehen haben? Waren wir nicht zusammen unterwegs, hatten gelacht, getrunken, geraucht, melancholisch von der Brücke über die Stadt geschaut und dabei nicht gewusst, was wir mit uns anfangen sollten? Das waren doch du und ich? Stimmt, sagtest du. Mit diesem, deinem Lächeln.

Eigentlich wussten wir nie etwas mit uns anzufangen. Wer bist du eigentlich, hatte ich dich einmal gefragt. Und du hast nur geschmunzelt. Wer sind wir? Wer waren wir? Zwei Ahnungslose mit viel Phantasie.

Keine Ahnung was du hier machst. Weißt du es? Ach ja, die Verwandschaft besuchen. Sechs Jahre Provinz und keine Zeit für irgendwas. Magst du das Leben in der Kleinstadt? Nein, sagtest du. Aber eigentlich ist es mir auch egal. Ich bin hier, du dort, ab und zu schreibe ich dir, du antwortest sporadisch. Ich vermisse dich.

Es gab einen Punkt, an dem ich dachte, eine Seelenverwandte gefunden zu haben, jemand, der mit mir gemeinsam meine Welle reiten kann. Vielleicht zu metaphorisch. Sollte auch alles gar nicht sein. Jeder für sich, wir beide, fest verankert im Leben, jeder in einem anderen Hafen, verschiedene Ausblicke, gleiche Interessen. Du hast nicht einmal mein Herz berührt, nur meinen Bauch, ein wunderbares Gefühl, ohne Frage, aber nichts Ganzes, nur Halbes.

„Gut siehst du aus.“ sagte ich und du schautest mich fragend an. Sechs Jahre sind eine lange Zeit. Es gibt nichts mehr, woran man anknüpfen könnte. Keine Gemeinsamkeiten, keine Leidenschaft, keine Träume, keine Visionen, nichts. Ich sah es in deinen Augen, die traurig schauten, tiefblaues Meer, mit Tränen gefüllt.

Das Schöne bleibt nur in der Erinnerung schön. Träume werden nie ganz wahr und Visionen schon gar nicht.

„Ciao, meine Liebe. Bleib wie du bist.“

 

Selbstfahrendes Auto?

Zugegeben, der Autopilot von Tesla ist vielleicht etwas mutig benannt. In Deutschland nennt man so etwas eher “Fahrassistenz-System”. Aber das macht nicht wirklich große Lust darauf – für mich klingt es ein wenig, als müsse man zunächst bei einer Behörde dreizehn Formulare ausfüllen. Amerikaner haben’s nicht so mit den Formularen und wollen lieber Lust auf ihre Produkte machen. Also nennen sie es eben Autopilot. Das Problem könnte dann vielleicht darin liegen, dass der Name manchen Leichtsinnigen suggeriert, das Auto würde die Fahrerei komplett übernehmen. Aber diese haben dann wirklich alle Anweisungen von Tesla missachtet. Und zudem vergessen, dass selbst bei den hochprofessionellen Autopiloten der zivilen Luftfahrt Piloten immer dabei sind.

Teslas Autopilot: Das selbstfahrende Auto ist nicht schuld – Techniktagebuch

Der Tesla-Autopilot ist gar kein Autopilot, sondern eher ein Co-Pilot.

„als wohnte Klaus Augenthaler in seinem Schuh“

Zweitens, Manuel Neuer. Der war der Grund, warum das italienische Pressing, wenn sie es mal aufzogen, ins Leere lief, weil man ihn in jeder Lage anspielen kann, ohne befürchten zu müssen, dass er gleich ein quadratmetergroßes Rasenstück aus dem Boden heraustritt, sondern dass er stattdessen mit einer komatösen Seelenruhe die Bälle weiterverteilt, auf zehn Meter, auf 30 Meter, auf 50 Meter, mit links, mit rechts, völlig gleich, als wohnte Klaus Augenthaler in seinem Schuh.

Sinn und Sinnlichkeit – Zum Blonden Engel

Sätze wie diese sind der Grund, aus dem ich immer noch Blogs lieber lese als alles andere.

War was? – 17.06.2016

Du merkst, dass du alt wirst, wenn einer deiner neuen Kollegen 16 Jahre jünger als du, aber nur 9 Jahre älter als dein erstes Kind ist. Verdammt.

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Da kann man wohl nichts machen.

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Ich habe letztes Jahr lange überlegt, mir ein MacBook zu kaufen. Die Verarbeitung, das Design, die Verpackung, das Betriebssystem, von allem hat mich die scheinende und strahlende Werbung überzeugen können. Ich stellte mir also ein Modell zusammen, das super zu mir passen würde. Ein bisschen zu viel von Diesem, ein wenig zu viel von Jenem, wie man das so macht, wenn man den Bezug zur Realtität verliert, bei all dem schönen Bling Bling, das einen da vom Bildschirm anstrahlt. Gekauft habe ich mir ein Lenovo-Notebook mit Windows 10. Ein billige Kopie eines MacBook, nicht ganz so super verarbeitet, nicht ganz so toll verpackt und mit einem miserablen Betriebssystem. Aber für den Preis eines Apfelgerätes hätte ich mir drei dieser Imitate kaufen können und leider bin ich manchmal ein vernünftiger Mensch. Ich bereue das bis heute.

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Tipprunde.

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Ich spiele wieder: Hearthstone, Clash Royale, Spelunky. Wenn ich könnte, würde ich den ganzen Tag nichts anderes tun, als spielen und alles über diese Spiele lesen, schauen, verstehen.

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Nerd.

Claudia ganz unten

Es ist wichtig, Claudia Pechstein daran zu erinnern: Die in Marzahn geborene Sportlerin hat in ihrem ganzen Leben angefangen von ihrer DDR-Zeit bis heute eine sagenhafte sportliche Förderung erhalten. Sie war umsponnen von einem Netz von Institutionen, Trainern, Sponsoren. Als deutsche Sportlerin hat man ihr sogar noch eine Ausbildung als Bundesgrenzschützerin ermöglicht. Mehr Förderung und Schutz und Rettungsschirm kann man als Sportler in dieser Welt nicht bekommen. Sie hat dafür Spitzenleistungen erbracht.

Ganz unten – Eine Kolumne von Mely Kiyak – Zeit Online

Ja, aber

Einiges wurde gut. Aber.

Der Hund zieht an der Leine, keine Ahnung, warum der es so eilig hat. Dunkle Wolken verschwinden Richtung Süden, in meiner rechten Hand eine kleine linke, ein Mädchen an meiner Seite, fast fünf Jahre, plappert viel, will alles wissen. Meine Tochter.

Klingt gut. Aber.

Der Tag war gut, würde nicht hinter jeder Ecke dieses Aber warten, mir schwuppdiwupp einen Sack über den Kopf ziehen – als wüsste ich nicht, welcher Dämon mich da gerade überrumpelt – und mich entführen. Irgendwohin. Ins Dunkle. In die Kälte. Ins Ungewisse. In die Hölle.

Keine Ahnung, wie sich die Hölle anfühlt. Hab mal in Dantes Inferno gelesen, es dann aber sein gelassen. War mir zu kompliziert. Ich mag Menschen, die sich von Komplexität nicht abschrecken lassen, selbst halte ich es gerne etwas einfacher. Ist das vielleicht das Problem?

Die Dinge sind einfach nicht einfach. Ganz allgemein gesehen. Alles fängt immer ganz harmlos an. Selbst eine Lawine. Erst hat man einen Schnupfen, dann geht er nicht weg, dann plagt man sich drei Monate mit Fieber und Medikamenten, dann wird man operiert, dann ist es immer noch nicht vorbei und man frisst ein paar Jahre bunte Pillen.

Denn es gibt ein Aber.

Und während man so dahin glitt, durch grauen Alltag und Krankheit, ging etwas verloren: Erst du, dann ich. Oder andersherum. Wer weiß das schon. Und während man also monatelang mit sich selbst und dem Alltag rang, ist man aus Versehen falsch abgebogen, in eine Sackgasse.

Bedrückend. Oder vielleicht auch nicht. Nichts zu wissen, nur zu erahnen, das ist es, was runterreißt.

Ich gehe über die Brücke, darunter Spree, Sonne scheint, blauer Himmel, hinter mir der Hauptbahnhof, rechts der Potsdamer Platz, Bundestag, Bundeskanzleramt, auf den Ohren irgendetwas altes von Gabriel & Dresden, über die Wangen laufen Tränen und ich kann nicht einmal mehr sagen, warum.

 

 

War was? – 04.05.2016

Irgendwas mit Vollnarkose. Das Beste daran: Man schläft einfach ein. Ohne einen Gedanken an irgendwas. Man schaut an die Decke und schwupps, ist man weg. Einfach so. Nur sollte man noch an den Nebenwirkungen arbeiten: Schon lange nicht mehr so einen schlimmen Kater gehabt. Aber irgendeinen Haken müssen diese Drogengeschichten haben.

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Ich werde wieder fliegen. Aber garantiert nicht auf die Fresse.

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Mai. Jemand feiert seinen Geburtstag, irgendwas mit 40. Wir werden alt. In der Nacht läuft ein Konzert von Depeche Mode, 2015 in Berlin. Alte Männer, die so tun, als wären sie Dave, Martin und Andy. Und noch ein paar andere Typen. Alle überhaupt nicht cool, nur alt und ausgezehrt. Sie haben sich geschminkt, wahrscheinlich um von ihrem elenden Anblick abzulenken. Haben ja auch viel durchgemacht. Wahrscheinlich stehen sie deshalb immer noch auf der Bühne, statt am Pool zu liegen und Fliegen zu zählen. Weil das ihr Leben ist.

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Unser Hund heißt „Die, die immer lacht“. Der beste Therapiehund aller Zeiten.

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Immer wenn ich versuche, an alte Zeiten anzuknüpfen, alte Texten zu überarbeiten, besser zu machen oder anders, dem Jetzt und Hier anzupassen, lande ich in dieser dunklen, melancholischen Ecke und in einer Schreibblockade, die jetzt schon Jahre anhält. Hast du was zu sagen und wenn ja, was? Warum fühlt es sich so dunkel an, so dumpf, ohne Hoffnung und doch nicht verzweifelt, so, als würde ein 11jähriger ein Gedicht aufsagen, das ihn nicht interessiert, das er nicht versteht? Schreiben ist keine Therapie, Schreiben ist der Abgrund.

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Ein bisschen zu hart geworden, bisweilen. Und ausgezehrt.