an der bar

wenn die bar zur heimat wird:

damals, als ich noch jung war, lehnte ich bar- und kneipenbesuche ab. aus gründen, die mir heute nicht mehr einfallen möchten. wahrscheinlich war es einfach auch nur unwissenheit.

seit fast 2 jahren besuche ich wöchentlich eine art therapiegruppe, deren erklärtes ziel es ist, die schmerzen des erwachsenen alltagslebens an einem tag in der woche in einer kleinen kiezkneipe in bier und kirschlikör zu ertränken und dabei unsinn zu labern. funktioniert super und hat mir zudem einen entscheidenden vorzug von kneipen- und barbesuchen klar gemacht: man ist niemals allein.

komme ich nun in die verlegenheit, eine mir nicht ganz so bekannte stadt besuchen zu müssen und habe dabei den nachteil, dieses erlebnis mit niemandem anderes als mir selbst teilen zu dürfen, erkenne ich inzwischen genau die orte, die mir in der fremde eine art heimat geben können: kneipen und bars. denn am ende sind die überall auf der welt gleich: es gibt einen tresen, mindestens einen menschen, der dahinter steht und getränke ausgibt, und andere nicht mehr ganz so einsame seelen, die alle das gleiche tun: ihr einsamkeit in bier ertrinken. oder so.

mit 40

die durchgehende kleinschreibung ist doch aber keine frage des fortschreitenden alters, sondern ein auswuchs der eigenen faulheit.

der google news tab

der 2. browsertab neben twitter ist der news-tab. und ähnlich wie twitter ödet auch dieser tab mich seit einiger zeit an, weil news mich anscheinend auch nicht mehr interessieren können. manchmal fühlt es sich an, als hätte mein medienkonsum in den letzten jahren all mein interesse an dingen aufgebraucht.

War was? – 15.03.2017

Wollte immer irgendwas Tolles, Herausragendes machen, hatte aber keine Ahnung was. Ich bin viel zu schnell gelangweilt, als dass ich länger an Sachen dranbleiben könnte. Ich wollte Malen, konnte aber meinem eigenen Anspruch nicht gerecht werden. Ich wollte Schreiben, fand aber jeden einzelnen Absatz, den ich schrieb, unerträglich und ließ es. Fürs Fotografieren gehen mir zwar nicht Motive aus, allerdings mangelt es mir an Perfektion, um mit den Ergebnissen zufrieden zu sein. Der viel zu hohe Anspruch an mich selbst hat mich dabei nie angetrieben, nur ausgebremst, gelähmt, auf die Couch verbannt, auf der ich zum Konsumenten wurde, der auch damit nicht zufrieden ist.

#

Zum ersten Mal seit Wochen den Feedreader leer gelesen.

#

So you want to give endangered whales powerful electric shocks. Great! I’m happy to help. This is definitely a very normal thing to want to do.Electrofishing for whales

#

Die Eishockey-Saison 2016/ 2017 hat meinen inneren Fan geweckt. Ich gehe nicht mehr nur gerne zu Spielen der Eisbären aus Berlin, weil ich Eishockey mag. Ich bin Fan geworden, mit allem Trara. Fangesänge, Merchandising, Schiedsrichterbeleidigung und Schmähgesänge gegen gegnerische Fans, eine gesichtslose Masse, die nur die falschen Trikots tragen und die falschen Lieder singen. Das weckt interessante Gefühle, sehr starke Emotionen, von denen man selbst ein bisschen überrascht wird, die sich aber interessanterweise sehr gut anfühlen.

War was? – 10.03.2017

Sitze über eine Kommentar zu einem Gesetz, einsortiert in einem dicken Band, als Loseblattsammlung, und denke ans Schreiben. Eigentlich sollte ich etwas Aufschreiben, eine schwer nachvollziehbare Begründung für Dieses, eine halbgare Erklärung für Jenes, aber das alles flasht mich nicht so, wie das Aufschreiben der Dinge, die mir so durch den Kopf gehen.

Das Problem daran ist, dass die Dinge nicht einfach so klar erscheinen, gegriffen werden und aufgeschrieben werden können, nein, sie wabern wie im Nebel durch den Sumpf meines Gehirns und bieten wenig Fläche (oder zu viel), an der man angreifen könnte. (Klingt wie Benn?)

Ich mag es eigentlich, wenn es wabert, man hat dann immer etwas zu tun, versucht lange, Gedanken zu identifizieren, zu sezieren, zu erkennen, ihren Sinn zu verstehen. Auf der anderen Seite der Medaille macht es mich aber immer wieder zu einem in sich gekehrten, die Zähne knirschenden, stillen Zeitgenossen.

#

Ich sehe mir Bilder der Sony World Photography Awards an und wünschte, ich könnte das auch.

#

Wirklich abschalten kann ich nur, wenn ich spiele. Computerspiele. Von außen betrachtet, sieht es aus, wie eine riesige Zeitverschwendung. Letztendlich kann aber eine Stunde „Skyrim“ genauso erholsam sein, wie ein Zehn-Kilometer-Lauf. Das ist übrigens meine andere Form der Entspannung. Ähm, ja.

#

Wochenende. Eishockey-Playoffs. Klatschpappenduseliges Mitgezittere. Wobei meine größte Angst ist, dem Team kein Glück zu bringen.

War was? – 03.02.2017

„Die Nacht ist dunkel und voller Schrecken.“

#

Streune durch die Gänge und lese auf einem Zettel an der Wand vor dem Kopierer immer wieder „Klopapier“ statt „Kopierpapier“ wenn ich dort vorbeikomme.
Aber irgendwann lässt jeder Witz mal nach. Am Anfang musste ich noch über mich selbst schmunzeln, aber nach zwei, drei Tagen langweilte ich mich schon wieder darüber. Und doch passiert mir das immer wieder.

#

Ich hatte noch nie Angst vor Fremden. Nur vor mir selbst.

#

Wenn einem etwas egal zu sein scheint, ist es einem dann auch egal? Oder besteht nur die Vermutung, dass es egal sein könnte, weil gerade Anderes im Rampenlicht der Gedanken steht und man gar nicht so viel Energie übrig hat, um etwas näher zu beleuchten, so dass es einem egal erscheint? Manchmal rudert man im Kreis.

#

So viele Dinge, die aus diesen oder jenen Gründen nicht gesagt werden. Irgendwann wird der Tag kommen, an dem man bereut, es nicht getan zu haben. Und bereut, sein Leben lang mit einer Waage herumgerannt zu sein, um abzuwägen, was gut und richtig sein könnte, nicht wirklich wissend, was gut und richtig ist.

#

Sollte ich dich niemals küssen, werde ich es immer bereuen.

War was in 2017?

Alles nur in meinem Kopf.

#

Entferne nun Spinnweben und Staubflusen aus Bloggebilden, update auf neueste Versionen und spitze die Stifte an.

#

Manches wird man nie los. Deshalb old school tageblog, oder wat?

War was? – 04.11.2016

Würde gern schreiben können wie. Da hört es dann aber schon wieder auf.

#

Wäre ich irgendein bekannter Mensch, der irgendwo vor Menschenmassen auftreten müsste, um seinen kargen Lebensunterhalt zu verdienen, würde ich mit diesem Song auflaufen. Das ist meine Gänsehauthymne, die macht mich stark und immun, die gibt mir Kraft, auch wenn ich S-Bahn fahren muss.

#

Eine Depression als Laune der Natur zu sehen, ist vielleicht ein wenig blauäugig, aber wie soll man so etwas überhaupt verstehen? Erklären? Kann man nicht. Man kann aber viel über sich lernen, wenn man noch ein bisschen Offenheit übrig und sich nicht so fest eingeigelt hat, dass Umwelt ohnehin nur noch etwas ist, das nebenher und sehr weit weg von einem selbst stattfindet. Jetzt, da dieses Kapitel scheinbar zuende geschrieben ist, weiß ich sehr viel über mich, was mir vorher nicht bewusst war. Und, hilfts? Nun ja, meistens. Ich kann nun auch über mich schmunzeln.

#

Bin nicht nur dünner geworden, auch härter.

#

Ich wollte so viele Serien nachschauen und komme nicht dazu, weil ich Twitch inzwischen unterhaltsamer finde. Schräg.

#

Harry Potter und das verwunschene Kind – seit langem mal wieder etwas mit Spannung (der eigenen) gelesen. Wow.

#

Muss jetzt eine Steuererklärung machen. Kann nicht mehr schreiben. Argh.