Musik hören heute 

Techniktagebuch – Sommer 2015 – Spotify und Persönlichkeitsspaltung

Immerhin ist der Trend zu erkennen, dass nur noch wenige Künstler rein gar ratz-fatz überhaupt nicht auf Spotify sind. Das erschien mir am Anfang sehr bizarr – etwa so, wie man sich totalitäre Staaten vorstellt, wenn jemand, den gestern noch alle kannten und bejubelten, plötzlich von einem Tag auf den andern verschwunden ist und niemand je von ihm gehört hat.

Es wäre doch auch wirklich viel zu einfach, wenn es alles und jeden Künstler bei spotify gäbe. Oder Apple Music. Und wie sie nicht alle heißen. Und manche Künstler wollen auch gar nicht gestreamt werden.

 

Wir lesen und lesen und lesen

Wir lesen und lesen und lesen

[…] das, was wir meinen wenn wir „Buch“ sagen, nämlich die Langform eines Textes, das wird bestehen bleiben. Mehr noch: Alles deutet darauf hin, dass die Digitalisierung das Lesen drastisch befördert. 95% des Web sind Text. Wir lesen und lesen und lesen. Und das Kindle ist erst seit 2007 auf dem Markt. Es hat gerade erst angefangen spannend zu werden …

Seit Jahren plagt mich das schlechte Gewissen, weil ich, im Vergleich zu Vordigitalisierungszeiten, weitaus weniger Bücher lese. Das schlechte Gewissen kommt allerdings aus eben dieser vergangenen Zeit, ist ein Überbleibsel des Glaubens, dass Wissen und Erfahrung nur durch viele Blätter zwischen zwei Buchdeckeln verbreitet werden können. Wenn ich mir allerdings den Newsreader meiner Wahl, die vielen Links in den sozialen Netzen und den vollen Speicher noch ungelesener langer Texte so anschaue, sollte sich mein schlechtes Gewissen etwas schämen. Denn es ist immer noch so: Ich lese und lese und lese.

Astronomy: The Size of Stuff | Astronomy Central

Astronomy: The Size of Stuff | Astronomy Central

Across the Sun’s disk you could fit 109 Earths side by side, and to fill the Sun’s volume would take 1,300,000 Earths.

via kottke.org

Und wem das noch nicht zum minimalen Verständnis  galaktischer Größenverhältnisse ausreicht, kann das gerne noch mit dem Beitrag

Die Größe des Universums

bei Astrodictum Simplex vertiefen.

kiezneurotiker: Dickgebumst auf dem Herrenklo – das zweite Jahr

kiezneurotiker: Dickgebumst auf dem Herrenklo – das zweite Jahr

Kurz bevor er mich in seine Blogroll aufnahm, schrieb mir ein reichweitenstarker Alphablogger eine E-Mail, in der er als direkte Folge der Verlinkung durch ihn eine Trollwanderung ankündigte. Yup, das ist geschehen, wenn auch nicht in dem Umfang wie angekündigt. Ich habe es mir schlimmer vorgestellt. Auf jedem Schulhof einer durchschnittlich verkackten Schule dieser Stadt geht es härter zu. Und wer von Natur aus empfindlich ist, sollte keinen Kommentarbereich in seinem Blog und schon gar keine Kontakt-E-Mail anbieten. Wer empfindlich ist, sollte eigentlich überhaupt nicht im offenen Internet schreiben. Because there will be blood.

Zwei Jahre Kiezneurotiker, u. a. mit einem Best of Hassmails.

 

Konsum: Jeder hat seinen Preis | ZEIT ONLINE

Konsum: Jeder hat seinen Preis | ZEIT ONLINE

Auf Basis der Wahrscheinlichkeiten, die aus Testmärkten bekannt seien, könnten nicht nur Vorlieben errechnet werden, so Bau, sondern auch die persönliche Zahlungsbereitschaft und Preissensibilität. „Wenn wir den Cola-Absatz erhöhen wollen, finden wir heraus, ob Du als Pepsi-Liebhaber für Cola ein potenzieller Kunde bist. Ob Du es wiederholt kaufen würdest, wenn Du es einmal ausprobierst. Wie viel wir Dir zahlen müssten, um Dich zum Cola-Kauf zu bringen.“ Lohne sich der Kunde für Cola, biete man ihm an den roten Automaten genau den passenden Preisnachlass für Cola.“ Resultat seien individuelle Preise.

Wie gut das mit den Wahrscheinlichkeiten derzeit funktioniert, sieht man bei den Empfehlungen, die einem zum Beispiel Amazon auf Grundlage irgendeiner unbekannten Wahrscheinlichkeitsrechnung  anbietet: Sucht man einmal etwas geschmacklich Abwegiges, das man selbst nicht mag, aber womöglich verschenken will, wird man eben in diese Schublade gesteckt und bekommt Empfehlungen aus diesem Bereich, obwohl man sich dafür gar nicht interessiert.

Ansonsten wird die Zukunft in größeren Supermärkten sicher genau so aussehen, beim letzten verbliebenen selbst backenden Bäcker im Kiez hoffentlich eher nicht.

#Link: U-Bahn-Graffiti im New York der 80iger

15 Rare Photos of New York’s Graffiti-Covered Subway in the 1980s – LightBox

Over a six-month period in 1981, Morris embedded himself in the world below, sometimes riding the trains alone, other times riding with the Guardian Angels volunteer anti-crime group. He’d hang out with groups of teens riding trains at night, and show up in the early morning to catch work-bound commuters.

[daringfireball]

#Link: Der Skandal des Scheiterns – videogametourism.at

Nur wer die Angst vor dem eigenen Scheitern im Spiel verliert und die unmittelbaren, negativen Emotionen im Griff hat, ist imstande, ein Spiel frei zu genießen und früher oder später bemerkenswerte Leistungen darin zu erbringen. Aktuelle Computer- und Videospiele nehmen uns diese Angst, indem sie – ähnlich wie bei Gewaltdarstellungen ohne das Zeigen von Leid und Schmerz – unser Scheitern nicht bewerten, sondern uns sofort wieder neu probieren lassen.

Der Skandal des Scheiterns – videogametourism.at

#Link: Wie Markus Lanz ein paar Mal bei der “schönsten Linken aller Zeiten” einhaken musste « Stefan Niggemeier

Es war, als würde man versuchen, eine inhaltliche Diskussion mit einem Sechsjährigen zu führen, der als Argumente zweihundert Fleischbällchen in Tomatensoße hat und bereit ist, jedes einzelne abzufeuern.

Wie Markus Lanz ein paar Mal bei der “schönsten Linken aller Zeiten” einhaken musste « Stefan Niggemeier.