War was? – 15.03.2017

Wollte immer irgendwas Tolles, Herausragendes machen, hatte aber keine Ahnung was. Ich bin viel zu schnell gelangweilt, als dass ich länger an Sachen dranbleiben könnte. Ich wollte Malen, konnte aber meinem eigenen Anspruch nicht gerecht werden. Ich wollte Schreiben, fand aber jeden einzelnen Absatz, den ich schrieb, unerträglich und ließ es. Fürs Fotografieren gehen mir zwar nicht Motive aus, allerdings mangelt es mir an Perfektion, um mit den Ergebnissen zufrieden zu sein. Der viel zu hohe Anspruch an mich selbst hat mich dabei nie angetrieben, nur ausgebremst, gelähmt, auf die Couch verbannt, auf der ich zum Konsumenten wurde, der auch damit nicht zufrieden ist.

#

Zum ersten Mal seit Wochen den Feedreader leer gelesen.

#

So you want to give endangered whales powerful electric shocks. Great! I’m happy to help. This is definitely a very normal thing to want to do.Electrofishing for whales

#

Die Eishockey-Saison 2016/ 2017 hat meinen inneren Fan geweckt. Ich gehe nicht mehr nur gerne zu Spielen der Eisbären aus Berlin, weil ich Eishockey mag. Ich bin Fan geworden, mit allem Trara. Fangesänge, Merchandising, Schiedsrichterbeleidigung und Schmähgesänge gegen gegnerische Fans, eine gesichtslose Masse, die nur die falschen Trikots tragen und die falschen Lieder singen. Das weckt interessante Gefühle, sehr starke Emotionen, von denen man selbst ein bisschen überrascht wird, die sich aber interessanterweise sehr gut anfühlen.

War was? – 10.03.2017

Sitze über eine Kommentar zu einem Gesetz, einsortiert in einem dicken Band, als Loseblattsammlung, und denke ans Schreiben. Eigentlich sollte ich etwas Aufschreiben, eine schwer nachvollziehbare Begründung für Dieses, eine halbgare Erklärung für Jenes, aber das alles flasht mich nicht so, wie das Aufschreiben der Dinge, die mir so durch den Kopf gehen.

Das Problem daran ist, dass die Dinge nicht einfach so klar erscheinen, gegriffen werden und aufgeschrieben werden können, nein, sie wabern wie im Nebel durch den Sumpf meines Gehirns und bieten wenig Fläche (oder zu viel), an der man angreifen könnte. (Klingt wie Benn?)

Ich mag es eigentlich, wenn es wabert, man hat dann immer etwas zu tun, versucht lange, Gedanken zu identifizieren, zu sezieren, zu erkennen, ihren Sinn zu verstehen. Auf der anderen Seite der Medaille macht es mich aber immer wieder zu einem in sich gekehrten, die Zähne knirschenden, stillen Zeitgenossen.

#

Ich sehe mir Bilder der Sony World Photography Awards an und wünschte, ich könnte das auch.

#

Wirklich abschalten kann ich nur, wenn ich spiele. Computerspiele. Von außen betrachtet, sieht es aus, wie eine riesige Zeitverschwendung. Letztendlich kann aber eine Stunde „Skyrim“ genauso erholsam sein, wie ein Zehn-Kilometer-Lauf. Das ist übrigens meine andere Form der Entspannung. Ähm, ja.

#

Wochenende. Eishockey-Playoffs. Klatschpappenduseliges Mitgezittere. Wobei meine größte Angst ist, dem Team kein Glück zu bringen.

War was? – 03.02.2017

„Die Nacht ist dunkel und voller Schrecken.“

#

Streune durch die Gänge und lese auf einem Zettel an der Wand vor dem Kopierer immer wieder „Klopapier“ statt „Kopierpapier“ wenn ich dort vorbeikomme.
Aber irgendwann lässt jeder Witz mal nach. Am Anfang musste ich noch über mich selbst schmunzeln, aber nach zwei, drei Tagen langweilte ich mich schon wieder darüber. Und doch passiert mir das immer wieder.

#

Ich hatte noch nie Angst vor Fremden. Nur vor mir selbst.

#

Wenn einem etwas egal zu sein scheint, ist es einem dann auch egal? Oder besteht nur die Vermutung, dass es egal sein könnte, weil gerade Anderes im Rampenlicht der Gedanken steht und man gar nicht so viel Energie übrig hat, um etwas näher zu beleuchten, so dass es einem egal erscheint? Manchmal rudert man im Kreis.

#

So viele Dinge, die aus diesen oder jenen Gründen nicht gesagt werden. Irgendwann wird der Tag kommen, an dem man bereut, es nicht getan zu haben. Und bereut, sein Leben lang mit einer Waage herumgerannt zu sein, um abzuwägen, was gut und richtig sein könnte, nicht wirklich wissend, was gut und richtig ist.

#

Sollte ich dich niemals küssen, werde ich es immer bereuen.

War was? – 04.11.2016

Würde gern schreiben können wie. Da hört es dann aber schon wieder auf.

#

Wäre ich irgendein bekannter Mensch, der irgendwo vor Menschenmassen auftreten müsste, um seinen kargen Lebensunterhalt zu verdienen, würde ich mit diesem Song auflaufen. Das ist meine Gänsehauthymne, die macht mich stark und immun, die gibt mir Kraft, auch wenn ich S-Bahn fahren muss.

#

Eine Depression als Laune der Natur zu sehen, ist vielleicht ein wenig blauäugig, aber wie soll man so etwas überhaupt verstehen? Erklären? Kann man nicht. Man kann aber viel über sich lernen, wenn man noch ein bisschen Offenheit übrig und sich nicht so fest eingeigelt hat, dass Umwelt ohnehin nur noch etwas ist, das nebenher und sehr weit weg von einem selbst stattfindet. Jetzt, da dieses Kapitel scheinbar zuende geschrieben ist, weiß ich sehr viel über mich, was mir vorher nicht bewusst war. Und, hilfts? Nun ja, meistens. Ich kann nun auch über mich schmunzeln.

#

Bin nicht nur dünner geworden, auch härter.

#

Ich wollte so viele Serien nachschauen und komme nicht dazu, weil ich Twitch inzwischen unterhaltsamer finde. Schräg.

#

Harry Potter und das verwunschene Kind – seit langem mal wieder etwas mit Spannung (der eigenen) gelesen. Wow.

#

Muss jetzt eine Steuererklärung machen. Kann nicht mehr schreiben. Argh.

Ausblick

Bilder machen. Am Ende sind es Bilder und Gerüche, die bleiben, über Jahre.

Zum Beispiel ging vor kurzem eine Frau an mir vorbei, die nach meiner ersten großen Liebe roch und sofort waren all die Bilder, Gerüche, Gefühle da, immer noch frisch, nach Jahrzehnten, als hätte jemand ein lebendiges Fotoalbum aufgeschlagen und ich alle Seiten in Lichtgeschwindigkeit durchgeblättert.

Deswegen: Bilder machen. Für die Erinnerung und für Zeiten, in denen man sich erinnern sollte. Da kann ich ein paar Liedchen von singen. Leider.

fliegende untertasse gesichtet?

A post shared by Sascha (@saschastier) on

Am Meer

Lag am Meer, mitten im Sand. Vor allem mittags, wenn der Sand sehr heiß wurde. Das war, als hätte mir jemand einen Sack heiße Steine auf den Rücken gepackt. Sehr schön. Danach im Meer kurz abkühlen, wieder hinlegen.

Mit den Jungs zum Kind geworden. Yeah!

Laufen, fast bei Sonnenaufgang. Immer weniger schnaufend neue Kilometerrekorde aufgestellt. Letztes Jahr konnte ich nach 500 Metern Spaziergang kaum noch atmen und wollte sterben. Dieses Jahr sage ich nach sieben Kilometern lockerem Laufen: Darfs ein bisschen mehr sein? Geiles Gefühl, die Depression ärgert sich.

Die Liebe verstehe ich immer noch nicht. Und niemand kann sie mir erklären.

Angefangen, aus welchem idiotischen Grund auch immer, „Grey“ zu lesen. Jemand hat es mir auf den Kindle gepackt. Schrecklich. Handwerklich und inhaltlich. Und ich meine damit nicht, dass ich Dominanz und sadomasochistische Beziehungen ablehne. Aber dieses Buch trieft nur so vor Klischees und schlechter Schreibe, ein Wunder, dass ich es überhaupt bis zur Hälfte geschafft habe. Selten so viel Zeit mit Müll verschwendet. Später wieder zu Bukowski gegriffen und mich sehr erleichtert gefühlt.

Einem Freund über die Schulter geschaut, während er eine Dating-App bediente. Schlimm. Diese Abgründe. Ich würde sterben, in dieser Welt. Natürlich, es ist nicht alles schlecht und für viele bedeuten Parship und Co. sicherlich auch Hoffnung, aber diese Abgründe, die sich beim Betrachten des Tuns der Menschen im virtuellen Weltall auftaten. Nichts für romantiker wie mich. Aber was weiß ich schon von der Liebe.

Ich sollte wieder mehr schreiben. Ist doch egal, wer es liest. Hauptsache, es ist raus aus dem Kopf.

CR7

Dabei verkörpert Ronaldo genau das, was man vom Fußball nur wollen kann: Affekt, Tragik, Kitsch, Spiel, das Kindliche und das Unberechenbare. Falls er das alles nur spielt, ist er wirklich ein sehr guter Schauspieler und verdient allein deswegen unsere Bewunderung. Wenn nicht, sollte man langsam anfangen, ihm zu glauben, als er mit dem Europameisterpokal dasteht, sich ihn auf den glänzend frisierten Europameisterkopf setzt wie ein Clown. Und noch während der Kommentator spöttisch fragt, wer so etwas denn sehen will, sollte man antworten: Wir alle.

Cristiano Ronaldo – Provokateur der Herzen (zeit.de)

Ich habe Cristiano Ronaldo nie ernst genommen, fand Messi irgendwie immer besser. Weil der schüchtern wirkte, so unscheinbar und trotzdem genial. Weil ich den Zirkus um Personen nicht mag, vor allem, wenn diese jederzeit um sich selbst die größte Vorstellung geben. Und doch habe ich inzwischen ein wenig Respekt für CR7 und Mitleid.

Multitaskingmüde

Hal Pashler, psychology professor at UC San Diego, points out that not all attempts at multitasking are equally draining. If you’re doing something on autopilot, such as the laundry, then it makes perfect sense to read a book at the same time. But attempting to do two challenging tasks at once will lead to a drain in productivity. “You can’t do two demanding, even simple tasks, in parallel,” he adds.

Neuroscientists say multitasking literally drains the energy reserves of your brain – Quartz

Love you. And you.

Selbstbild als verwirrter Streuner.

Der Hund neben mir, wir laufen um den See, in der Ferne Kräne, Baumaschinen rattern, tuckern, fauchen, Autos rasen über die Brücke, der stetige Strom gestresster Pendler: Morgens rein, abends wieder raus. Und wir bleiben drin.

„Hey!“ sagte ich, als ich neben dir an der Straßenbahnhaltestelle stand und dich bemerkte. Du hast mich nur komisch angeschaut. Ich kenne dich, sagte ich noch und wurde ein bisschen rot dabei. War es nicht in 2010 oder so, als wir uns zum letzten Mal gesehen haben? Waren wir nicht zusammen unterwegs, hatten gelacht, getrunken, geraucht, melancholisch von der Brücke über die Stadt geschaut und dabei nicht gewusst, was wir mit uns anfangen sollten? Das waren doch du und ich? Stimmt, sagtest du. Mit diesem, deinem Lächeln.

Eigentlich wussten wir nie etwas mit uns anzufangen. Wer bist du eigentlich, hatte ich dich einmal gefragt. Und du hast nur geschmunzelt. Wer sind wir? Wer waren wir? Zwei Ahnungslose mit viel Phantasie.

Keine Ahnung was du hier machst. Weißt du es? Ach ja, die Verwandschaft besuchen. Sechs Jahre Provinz und keine Zeit für irgendwas. Magst du das Leben in der Kleinstadt? Nein, sagtest du. Aber eigentlich ist es mir auch egal. Ich bin hier, du dort, ab und zu schreibe ich dir, du antwortest sporadisch. Ich vermisse dich.

Es gab einen Punkt, an dem ich dachte, eine Seelenverwandte gefunden zu haben, jemand, der mit mir gemeinsam meine Welle reiten kann. Vielleicht zu metaphorisch. Sollte auch alles gar nicht sein. Jeder für sich, wir beide, fest verankert im Leben, jeder in einem anderen Hafen, verschiedene Ausblicke, gleiche Interessen. Du hast nicht einmal mein Herz berührt, nur meinen Bauch, ein wunderbares Gefühl, ohne Frage, aber nichts Ganzes, nur Halbes.

„Gut siehst du aus.“ sagte ich und du schautest mich fragend an. Sechs Jahre sind eine lange Zeit. Es gibt nichts mehr, woran man anknüpfen könnte. Keine Gemeinsamkeiten, keine Leidenschaft, keine Träume, keine Visionen, nichts. Ich sah es in deinen Augen, die traurig schauten, tiefblaues Meer, mit Tränen gefüllt.

Das Schöne bleibt nur in der Erinnerung schön. Träume werden nie ganz wahr und Visionen schon gar nicht.

„Ciao, meine Liebe. Bleib wie du bist.“